23. 05. 2012
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Experten schlagen Lockerung des NC für Mediziner vor
Am 30. September und 1. Oktober dieses Jahres findet in der Domstadt der siebte Rheinische Kongress für Gesundheitswirtschaft statt. Bereits im Vorfeld sprachen sich Mediziner und Verbandsvertreter für neue Lösungen aus, wie zum Beispiel der zu befürchtende Ärztemangel behoben werden kann. So hatte zuletzt bereits der Hauptgeschäftsführer des Marburger Bundes, Armin Ehl, gefordert, den Numerus Clausus für Medizinstudenten zu lockern. Nach Angaben der Standesvertretung der Ärzte gehen im Laufe der kommenden acht Jahre alleine rund 77.000 Mediziner in Rente mit den daraus resultierenden Folgen für die medizinische Versorgung. Schon heute klagen vor allem ländliche Gemeinden über Medizinermangel. Aber auch in bestimmten Stadtgebieten sind Fachärzte rar, so gibt es derzeit beispielsweise im Kölner Stadtteil Chorweiler zu wenig Kinderärzte. Aber nicht nur die Demografie macht den Medizinern und ihren Interessenvertretern zu schaffen. "Auch die Abwanderung vieler Ärzte ins Ausland trägt zum Ärztemangel bei, solange die Arbeitsbedingungen in anderen Ländern attraktiver sind", bestätigte Ehl.
Ein weiterer Grund zur Sorge sind die Auswirkungen des zunehmenden Frauenanteils unter den Medizinern. So arbeiten derzeit nach Angaben des Marburger Bundes rund 90 Prozent aller Klinikärzte zwischen 50 und 80 Stunden pro Woche. 61 Prozent der Medizinstudierenden jedoch sind Frauen. In ihrer persönlichen Lebens- und Karriereplanung spielt die zukünftige Arbeit als Medizinerin zwar ebenfalls eine große Rolle, aber eben nicht die einzige. Privat- und Familienleben spielen bei den weiblichen Ärzten aber eine deutlich größere Rolle. Insbesondere Krankenhäuser müssten darauf reagieren, indem sie beispielsweise Arbeitszeiten reduzieren, zumindest aber familienfreundlicher gestalten, hieß es dazu weiter. In einer entsprechenden Initiative hatte der Marburger Bund eine Offensive gestartet, der sich zum jetzigen Zeitpunkt bereits 120 Krankenhäuser in der gesamten Republik angeschlossen haben. Und schließlich müsse auch eine Bastion geschliffen werden, die bislang als heilig galt. Ehl schlug vor, den Numerus Clausus für Mediziner zu lockern, ohne zugleich Qualitätseinbußen hinzunehmen.
Mit solchen und anderen Themen aus dem Umfeld von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft und ihrem Einfluss auf die Gesundheitswirtschaft wird sich der Kongress im Herbst dieses Jahres beschäftigen. Alleine 21 Podiumsdiskussionen mit mehr als 80 Fachreferenten sind geplant. Neben der Rheinischen Fachhochschule (RFH) ist auch das Institut für Medizin-Ökonomie & Medizinische Versorgungsforschung an der Organisation des Kongresses beteiligt. Neben der Zielgruppe Mediziner sind auch Fachleute aus der Versicherungswirtschaft, der Politik sowie dem Krankenhaus-Management zum Kongress eingeladen.
Weitere Informationen zur Veranstaltung selbst finden Sie im Internet unter: www.rfh-gwk.de.

























