23. 05. 2012
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Hormon-Cocktails während Fußballspiel
Was passiert im menschlichen Körper bei Aufregung, Stress oder Freude? Anhand des Beispiels einer 90-minütigen Live-Übertragung eines Fußball-Spiels haben Gesundheitsexperten der in Köln ansässigen Central Krankenversicherung AG einmal ermittelt, wann männliche Zuschauer welchen hormonellen Einflüssen ausgesetzt sind. Das Ergebnis: In nur 90 Minuten erleben die Zuschauer eine wahre Achterbahnfahrt an hormonell bedingten Stimmungen. Vor allem bei spannenden und bis zum Schluss offenen Fußballspielen werden regelrechte Hormon-Cocktails ausgeschüttet, das alles in komprimierter Form. Damit könnte ein nicht unerheblicher Teil der Faszination, den die Sportart Fußball auf die Deutschen ausübt, erklärt werden. Bei besonders wichtigen Spielen findet die Spannungskurve bereits lange vor dem Anpfiff ihren Anfang, wie die Experten weiter ausführten.
Vorfreude und innerliche Anspannung sind Grundvoraussetzungen dafür, dass die hormonelle Spannungskurve in Schwung kommt. Zuerst fließt Adrenalin. Der wohl bekannteste Neurotransmitter sorgt für die nötige nervliche Belastbarkeit, baut Angst ab und mobilisiert die körpereigene Energie. Im Fußball-Stadion angekommen, stimmen sich die Fankurven mit ihren Vereinsliedern auf die schönsten 90 Minuten der Woche ein. Dopamine werden ausgeschüttet und halten das Stadion in freudiger Anspannung. Puls, Blutdruck und Zuversicht steigen. Dann folgt der Anstoß. Der Dopaminspiegel sinkt wieder ab, in den Fankurven wird es ruhig. Auch die Produktion von Adrenalin wird zurückgefahren. Ins Spiel kommt zudem Serotonin, es beruhigt, steigert das positive Denken und sorgt dafür, dass Mann von anderen Menschen als Führungspersönlichkeit wahrgenommen wird. Dann kommt das Führungstor. Endlich ist Endorphin an der Reihe, das "körpereigene Opiat" macht nicht nur glücklich, sondern regelrecht euphorisch. Es vermittelt zudem ein tiefes Harmonieempfinden. Ist die Mimik der Fans in Trance verklärt, fließt erneut Dopamin. Das Belohnungs-Hormon beeinflusst Bewegungen und lässt die Gesichtszüge beben. Dann der Schock – das Gegentor.
Wieder wird Adrenalin benötigt, damit die Nerven halten. Mann ist urplötzlich wachsamer für das, was auf dem Spielfeld geschieht. In dieser Phase pumpt der Körper zudem Acetylcholin, das kognitive Prozesse steuert (Nachdenken, wie das Spiel noch zu retten ist!) und den Fan klar, scharf und objektiv denken lässt. Hat die eigene Mannschaft am Ende gesiegt, kehrt das Euphorie-Hormon Endorphin zurück. Es setzt das Schmerzempfinden herab, blaue Flecken, die in Jubelarien entstehen, werden ignoriert. Wichtig auch, der Testosteronspiegel der Anhängerschaft steigt an, was Stärke, Ausdauer und sexuelle Erregung auslöst. Anders sieht der Hormonhaushalt des Mannes bei einer Niederlage des eigenen Teams aus. Dann fällt die Testosteronmenge im Blut ab, ebenso der Adrenalinspiegel. Ein weiterer Neurotransmitter - GABA (Gama-Aminobuttersäure) - hat Premiere. Das natürliche Beruhigungsmittel wirkt dämpfend, löst Spannungen und Angst. Aus Sicht der Gesundheitsexperten ist dabei Bewegung ein zentraler Schlüssel. Wer sich während eines Fußball-Spiels viel bewegt, sorgt für eine schnellere Hormonproduktion. Als Vorbereitung kann dabei eine ausgewogene Mahlzeit hilfreich sein. Empfohlen wird der Verzehr von Vollkornbrot, Käse, Fisch, fettarmes Fleisch, aber auch Bananen oder Nüsse.
Die Kölner Krankenversicherung bietet dazu im Internet eine Auflistung der verschiedenen Botenstoffe und ihrer Wirkungen auf den menschlichen Organismus finden Sie unter: www.central.de.

























