23. 05. 2012
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Köln: Neues Modellprojekt für Schwangere gestartet
Der Sozialdienst Katholischer Frauen (SkF) hat am heutigen Freitag ein neues Modellprojekt vorgestellt. Zusammen mit der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, ebenfalls in Köln, ist der vom SkF entwickelte Ansatz der ""Neue Präventionsansätze zur Vermeidung und Reduzierung von Suchtmittelkonsum in Schwangerschaft und Stillzeit" des Bundesgesundheitsministeriums in der Ausschreibung zum Zuge gekommen, wie die Verantwortlichen auf der heutigen Pressekonferenz bekannt gaben. Kooperationspartner ist dabei das Deutsche Institut für Sucht- und Präventionsforschung (DISuP), das in der Katholischen Hochschule NRW angesiedelt ist.
"In unserer Schwangerenberatungsstelle "esperanza" werden wir zukünftig Schwangere und junge Mütter mit einigen Fragen zu ihrem Konsumverhalten interviewen. Der gemeinsam entwickelte Fragebogen lässt sich aufgrund der Kürze und der wenig verfänglichen Fragestellungen gut in den Beratungsprozess integrieren", erläuterte Monika Kleine, Geschäftsführerin des SkF e.V.. Sollten die dort gegebenen Antworten auf weiteren Beratungsbedarf hinsichtlich einer gesunden Lebensführung hinweisen, werden die betroffenen Frauen an die Beratungsstelle des Sozialdienstes Katholischer Männer (SKM) kurzfristig weitervermittelt. Das betrifft auch Schwangere, die unter dem Suchtverhalten ihrer Lebenspartner zu leiden haben, hieß es dazu weiter. "Gemeinsam mit den Betroffenen entscheiden wir, welche Hilfen notwendig und gewünscht sind. Dabei kann es sich um Einzel- oder Gruppenangebote handeln. Wichtig ist es, akzeptierend, falltreu und offen zu sein", ergänzte Fritz Papenbrock, Fachbereichsleiter Sucht- und Aidshilfe beim SKM e.V. Köln.
Mit dem Forschungsprojekt wollen die Initiatoren dem so genannten Fetalen Alkoholsyndrom (FAS) zu Leibe rücken. Fortgesetzter Alkoholkonsum während der Schwangerschaft hat für den ungeborenen Nachwuchs nicht selten schwerwiegende Folgen. FAS führt zu Entwicklungsverzögerungen bis hin zu schwersten Schädigungen. Neben körperlichen Mängeln bei den Neugeborenen sind auch emotionale Behinderungen bei FAS zu beobachten. Der gewählte Ansatz ist dabei allerdings trotz hoher Betroffenheit niedrigschwellig ausgelegt. Prof Dr. Tanja Hoff, Professorin für Psychosoziale Prävention, Intervention und Beratung an der Kölner Hochschule spricht bei dem Modell sogar von einem "Paradigmenwechsel". "Es hilft nicht weiter, die Betroffenen zusätzlich auszugrenzen und zu stigmatisieren, sondern sie müssen verbindliche und verlässliche schnelle Hilfe erhalten, wenn sie dazu bereit sind, ihren Konsum zumindest zu reduzieren", so Hoff. Übersetzt auf die konkrete Hilfe vor Ort bedeutet das die Betonung von Hilfe. "Unsere Aufgabe ist es nicht, den Schwangeren, ihren Partnern und Familien ein schlechtes Gewissen zu machen, sondern ihnen zu helfen, ihren Konsum im Sinne des ungeborenen Kindes zu reduzieren oder einzustellen", so Papenbrock abschließend.

























