23. 05. 2012
Seite drucken
Köln: Sechs Verdachtsfälle auf EHEC
Das Darmbakterium EHEC scheint nun auch in der Domstadt angekommen zu sein. Das städtische Presseamt bestätigte am heutigen Abend sechs Verdachtsfälle des aggressiven Krankheitserregers. Der Erreger löst im menschlichen Organismus starkes Unwohlsein mit Erbrechen und Durchfall aus, in schweren Krankheitsverläufen ist sogar mit Nierenversagen zu rechnen. Üblicherweise tritt EHEC in den Körpern von Nutzvieh auf, möglicherweise hat sich die Krankheit in Norddeutschland auf den Menschen übertragen. Die zuständigen Behörden in Hamburg und Schleswig-Holstein haben nach Agenturberichten bereits entsprechende Ursachenforschungen angestellt. In der Mehrzahl der bisherigen Krankheitsfälle waren weibliche Erwachsene betroffen. Nun sind die ersten sechs Verdachtsfälle in Köln aktenkundig, fünf davon weiblichen Geschlechts. Die Altersspanne reicht von 21 bis 85 Jahre. Derzeit laufen Laboruntersuchungen, ein Ergebnis dieser ersten Analysen steht allerdings noch aus.
Ungeachtet dieser geringen Zahlen hat die Stadt entsprechend ihrer Pandemie-Planungen mit ersten Maßnahmen reagiert. Zum einen hat sie die Kindertagesstätten der Stadt auf die besondere Beachtung der Hygieneregeln aufmerksam gemacht. So sollten bei der Speisezubereitung Gemüse gründlich gereinigt werden. Fleischprodukte sollten durchgegart werden, bei Frischmilchprodukten empfehlen die Gesundheitsexperten pasteurisierte Güter wie H-Milch. Das Bakterium ist auch von Mensch zu Mensch übertragbar, insbesondere wenn die Hygiene-Regeln nicht eingehalten werden ("Schmierinfektion"). Daher appellierte die Stadt, auch außerhalb von Schulen und Kindertagesstätten, auf Hygiene zu achten. Die Bandbreite der Folgewirkungen nach einer Infektion ist allerdings groß. In der Regel leiden die Betroffenen unter wässrigem Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und zunehmenden Bauschmerzen, in schweren Fällen kann der Stuhl blutig werden. Besonders heimtückisch ist dabei die Variante HUC ("Hämölytisch-Urämisches-Syndrom"). In fünf bis zehn Prozent führt diese Erkrankung bei Kindern zu Nierenversagen, die Sterbequote unter den Jüngeren EHEC-Infizierten mit HUS bei zwei Prozent.
Das städtische Gesundheitsamt ist montags bis Donnerstag von 7:30 bis 16 Uhr und freitags von 7.30 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer (0221) 221-24728 erreichbar. Schriftliche Anfragen können sie auch unter der Faxnummer (0221) 221-23553 einreichen.

























