23. 05. 2012
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Kölner AIDS Hilfe stellt Programm für 2009 vor
Das Thema AIDS ist noch immer aktuell. Auch wenn die Medikamente den Betroffenen inzwischen einen erträglicheren Verlauf der Krankheit bescheren, bleibt die Immunschwächeerkrankung tödlich, viele Infizierte werden unverändert diskriminiert, gemobbt und ausgeschlossen. Seit 25 Jahren kümmert sich die Kölner AIDS Hilfe um diese Menschen. Mehr als 100 ehrenamtliche Mitarbeiter beraten die Betroffenen, machen Hausbesuche und helfen den Erkrankten bei der Bewältigung des Alltags. Auch in diesem Jahr rechnen die Verantwortlichen der Kölner AIDS Hilfe wieder mit ähnlich hohen Zahlen wie im Vorjahr. 165 neu registrierte Infektionen, 35 neue AIDS-Erkrankungen, so die Zahlen aus 2008. "Wir haben Hinweise des Robert-Koch-Instituts, dass es in diesem Jahr nicht weniger sein werden", erklärte Heidi Eichenbrenner von der Kölner AIDS Hilfe auf der gestrigen Pressekonferenz. Allerdings gibt es eine erhebliche Dunkelziffer. Experten schätzen, dass rund ein Drittel aller mit dem Virus Infizierten gar nichts von der Krankheit weiß. Dabei ist eine frühzeitige Diagnose wichtig für den späteren Behandlungserfolg. So bietet der Verein seit einem Jahr einen AIDS-Test in eigener Regie an. Etwas mehr als 900 Personen ließen sich bis September testen, 25 von ihnen waren positiv. Im kommenden Jahr soll dieser Test ausgeweitet werden, hieß es dazu weiter.
Allerdings muss der Verein bei seinen Bemühungen an zwei Fronten kämpfen. Zum einen – und das machte der Fall der No-Angels-Sängerin Nadja Benajissa deutlich – gebe es noch immer viele Vorteile und sogar einen Trend zur Kriminalisierung. Eichenbrenner nannte die öffentliche Berichterstattung über diesen Fall "entwürdigend". "Die Resonanz erzeugt nicht gerade eine höhere Bereitschaft für Risikofälle, sich freiwillig testen zu lassen. Dabei gehören zu einer Infektion immer zwei Partner", so Eichenbrenner weiter. Hiergegen hilft nur beständige Aufklärung und Sensibilisierung. Auf der anderen Seite muss der Verein eine Kürzung der öffentlichen Zuschüsse befürchten. So habe man in diesem Jahr bereits eine Stelle in der Verwaltung betriebsbedingt gekündigt, eine andere Vollzeitstelle in eine Halbtagsstelle umwandeln müssen. Umso wichtiger sei es, die Eigenmittel durch Spendenaktionen aufzubessern. Auch in diesem Jahr findet daher am Welt-AIDS-Tag wieder eine große Sammelaktion statt. Über die Onlineseite können sich interessierte Schulklasse beim Verein anmelden und erhalten entsprechende Utensilien wie Spendendosen und die roten AIDS-Schleifen als Zeichen der Solidarität. In den vergangenen Jahren nahmen daran immerhin zwischen 300 und 400 Kinder und Jugendliche teil. Der Verein hofft, dass diese Zahl auch in diesem Jahr wieder erreicht wird. Dank der Unterstützung des Kölner Telekommunikationsdienstleisters NetCologne wird mit einem speziellen Onlinetool der aktuelle Spendenstand direkt auf die Internetseite übertragen. "Damit gibt es absolute Transparenz und eine zusätzliche Motivation für die Spendensammler", erläuterte Judith Schmitz von NetCologne.
Neben dem großen Spendentag geht es aber in diesem Jahr bereits zum Sessionsstart los. Seit dem heutigen Mittwochmorgen tagt in der Domstadt ein viertägiger Medizinerkongress, der sich mit der Krankheit AIDS beschäftigt. Erstmals gehört dabei auch das Thema Prävention zur Agenda. Während die in Köln ansässige Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eine Paneldiskussion zur Vorbeugung vor AIDS organisiert, hat die Kölner AIDS Hilfe zusammen mit derzeit 25 Partnern quer durch die Innenstadt eine Plakatausstellung organisiert. Die 45 Plakatmotive aus 17 Ländern sind dabei an verschiedenen Orten in der Domstadt angebracht, unter anderem in Kneipen und Gaststätten, Museen und Einzelhändlern. "Wir wollen damit auch den Kongressgästen das Zeichen geben, dass wir dieses Thema in Köln ernst nehmen", so die Pressesprecherin der Kölner AIDS Hilfe. Derzeit gebe es Gespräche mit den Ladeninhabern, die Plakate bis zum Welt AIDS-Tag dort hängen zu lassen. Ein erstmals ausgetragener Filmwettbewerb des Projekts "JuPo" (Jung und Postitiv) wird am morgigen Donnerstag den Siegerspot zum Thema Prävention präsentieren. Schauplatz ist das Filmhaus in der Maybachstraße, Beginn ist um 16:30 Uhr. 96 Filmbeiträge gingen zum Wettbewerb ein, in zwei Kategorien werden jeweils drei Preise vergeben. Daneben wird es rund um den Welt-AIDS-Tag Fachvorträge, eine Studentenparty für Schwule sowie das Benefiz-Konzert Cover Me geben. Das findet allerdings erst am 5. Dezember, also nach dem Welt-AIDS-Tag statt. Den Abschluss des Programms bildet die Nacht der Lichter, die am 12. Dezember in der Trinitaskirche stattfindet. "Auf lebendige Art" wolle man dabei der an AIDS Verstorbenen gedenken. Sie ersetzt die sonst übliche Gedenkstunde am Kölner Rheinufer in Höhe der Altstadt. Dort sind im Boden eingelassen die Namen von verstorbenen HIV-Patienten. Schon zuvor, am 27. November 2009, wollen die Verantwortlichen auf dem Kölner Melatenfriedhof die Patenschaft für ein Gräberfeld mit Platz für 36 Urnen offiziell übernehmen. Auch dies soll zur Erinnerungskultur beitragen, wie die Verantwortlichen abschließend erläuterten.
Weitere Informationen rund um den Welt-AIDS-Tag und die Arbeit der Kölner AIDS Hilfe finden Sie auf der Internetseite des Vereins unter: www.aidshilfe-koeln.de.

























