23. 05. 2012
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Kölner Mediziner: Bandscheibenbehandlung ohne Operation
"Ich habe Rückenâ€, lautete einer der viel belachten Sprüche der Kunstfigur Horst Schlämmer, mit einen Hape Kerkeling in der Vergangenheit für einige Lacher gesorgt haben dürfte. Doch viele Deutsche können über so etwas wohl kaum herzhaft lachen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) aktuell ermittelte, haben 62 Prozent der Frauen und 56 Prozent aller Männer Beschwerden und bisweilen ständige Schmerzen. Eine der häufigsten Ursachen sind Veränderungen an den so genannten Bandscheiben der Wirbelsäule. Nicht selten müssen sich die Betroffenen einer Operation unterziehen. Nun bringt ein neues Verfahren aus den USA bringt die Hoffnung auf Schmerzfreiheit –und das ganz ohne Operation: Die spinale Dekompression ist dort ein weit verbreiteter, fester Bestandteil in der Behandlung von Bandscheibenvorfällen und anderen Rückenleiden. Auch in Deutschland findet die Methode vor allem in orthopädischen Praxen erfolgreich Anwendung. Die Facharztpraxis für Wirbelsäulentherapie von Dr. Patrick Simons in der MediaPark Klinik Köln führt die spinale Dekompression jetzt als erste neurochirurgische Praxis in Deutschland ein.
Gute Aussichten ohne komplizierte OP
Pro Jahr werden hier rund 5000 Menschen mit Rückenleiden behandelt. Nicht alle müssen unter das Messer eines Chirurgen, wie der Mediziner aus seiner inzwischen 17-jährigen Erfahrung als praktischer Arzt weiß. Der ausgebildete Neurochirurg weiß um die Besonderheiten des filigranen Nervensystems der menschlichen Wirbelsäule. "Es geht oft auch ohne chirurgische Eingriffe", so Simons. Die spinale Dekompression stellt sich dabei für viele Patientinnen und Patienten als echte Alternative dar. Die Methode basiert auf einem neuartigen Prinzip und ist mit herkömmlichen Verfahren nicht vergleichbar: Verletzte oder beschädigte Bandscheiben im Hals- oder Lendenwirbelsäulenbereich heilen aufgrund der ständigen Druckbelastung nur langsam. Auf einer Behandlungsliege, dem so genannten SpineMED-Table, wird der betroffene Zwischenwirbelraum mittels exakter Computersteuerung sanft und schmerzlos gedehnt. Integrierte Sensoren messen dabei die Abwehrspannung des Patienten und passen die vom Gerät dynamisch ausgeführte Dehnung kontinuierlich an. "Die erreichte Druckabnahme entlastet das strapazierte Bandscheibengewebe. Durch den entstehenden Unterdruck kann es sich zurückziehen. Die Aufnahme von Flüssigkeit, Sauerstoff und Nährstoffen wird erleichtert, die Selbstheilungskräfte werden aktiviert", beschreibt Simons die Wirkungsweise der Methode. Bereits nach zwölf bis zwanzig halbstündigen Behandlungen soll in der Mehrzahl der Fälle eine deutliche Linderung der Schmerzen einsetzen, für die meisten Patienten kann sogar eine vollständige Beschwerdefreiheit erzielt werden, so der Mediziner.
Günther Grasse gilt als "Entdecker" dieser Methode. Grasse ist Gesellschafter des Unternemens SpineMED Deutschland und will die spinale Dekompression nun auch in Deutschland flächendeckend einführen. "Das Interesse der Ärzte wächst stetig. Sie sind vom Therapieeffekt und dem Nutzen für die Patienten überzeugt", so Grasse. Unterstützung findet er dabei in Medizinern wie Simons. Der stellt das Verfahren eine sinnvolle Ergänzung in der Therapie von Rückenpatienten dar. "Bisher konnte ich meinen Patienten, die eine Operation umgehen wollten, immer nur Empfehlungen aussprechen: Wenn sie ihren Rücken strecken und dehnen, kann das zu einer Linderung ihrer Beschwerden beitragen. Mit dem SpineMed Table biete ich ihnen nun ein medizinisch zertifiziertes Verfahren an, das durch die gezielte, individuelle Dehnung der Wirbelsäule den schmerzhaften Druck von den Bandscheiben nimmt", erklärte der Kölner Rückenspezialist weiter. Allerdings lassen sich nicht alle Patientinnen und Patienten damit behandeln. In rund 1000 Fällen müssen die Patienten der Fachpraxis am Mediapark doch einen operativen Eingriff über sich ergehen lassen. Dabei wendet Simons allerdings eine so genannte "minimal invasive" 3-D-Mikrochirurgie an.

























