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23. 05. 2012
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Kölner Mediziner wird Sprecher des Wissenschaftlichen Arbeitskreises der DGAI


08.09.2009 11:45 von:

Schlagwörter: Köln,Uniklinik,Böttiger,DGAI,Sprecher,Arbeitskreis,Intensivmedizin,Wahl

Der Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin an der Kölner Uniklinik, Prof. Dr. Bernd W. Böttiger, ist neuer Sprecher des Arbeitskreises Notfallmedizin der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Notfallmedizin DGAI. Dies teilte die Kölner Uniklinik am heutigen Montag in einer Presseerklärung mit. Der Arbeitskreis Notfallmedizin repräsentiert die Anästhesisten, die in der Notfallmedizin und als Notärzte tätig sind. "Nicht alle Notfallärzte sind Anästhesisten, aber die meisten", so Böttiger. Die meisten Fachgesellschaften gehen momentan von rund 70 Prozent aus. Das ist logisch, denn das "Kerngeschäft" eines Anästhesisten ist mit dem eines Notfallarztes nahezu identisch. "Der Notarzt vor Ort muss den in Not geratenen Patienten eventuell beatmen, den Kreislauf stabilisieren – vielleicht sogar wiederbeleben – und so vorbereiten, dass ihn die Kollegen in der Klinik gut übernehmen können. Diese Tätigkeiten lernt der Anästhesist in seiner Ausbildung und übt vieles davon in seinem Klinikalltag auch täglich aus", erklärte der neue Sprecher.

"Wenn Techniken und Fachwissen, die im Notfall gebraucht werden, täglich in der Routine trainiert werden können, dann ist dies ein ganz entscheidender Vorteil für den Notfallpatienten," so Böttiger. So können schwerwiegende Fehler im Notfall vermieden werden. Dementsprechend plädiert Prof. Dr. Bernd W. Böttiger für eindeutige Ausbildungs-Standards für alle Fachgebiete, die in der Notfallmedizin tätig sind, sowie für die regelmäßige Überprüfung und Auffrischung der Notfall- und Zwischenfallkompetenzen (Sicherung der Atemwege, künstliche Beatmung, Notfallmedikamente, Wiederbelebungsmaßnahmen). Ein weiteres Ziel des Klinikdirektors ist die stärkere Anwendung der therapeutischen Hypothermie in der Notfallmedizin. Obwohl in internationalen Leitlinien empfohlen, kommt sie in Deutschland noch viel zu selten zum Einsatz. Die Abkühlung des Körpers auf 32 bis 34 °C verbessert bei Menschen, die nach einem Herzstillstand wiederbelebt wurden, die Überlebenschancen sehr deutlich. Diese so genannte therapeutische Hypothermie gilt als eine der wichtigsten Neuerungen der letzten Jahre im Bereich der Herz-Lungen-Wiederbelebung.

"Kälte kann im Notfall lebensrettend sein. Sie senkt unter anderem den Sauerstoffbedarf des Gehirns und verhindert damit auch das Absterben von Nervenzellen. Einem von sechs Patienten zusätzlich können wir durch die Kühlung das Leben retten – das ist ganz enorm”, erklärt Professor Dr. med. Bernd W. Böttiger. Entscheidend ist, dass es sich beim therapeutischen Einsatz von Kälte um eine milde Kühlung handelt. Denn eine zu starke Abkühlung des Körpers auf unter 32 °C führt zu Herzrhythmusstörungen, eine Temperatur unter 28 °C meist zum Herzstillstand. Eine Abkühlung auf 32 bis 34 °C hat sich dagegen als sicher erwiesen. Studien haben ganz klar gezeigt, dass sie die Überlebenschancen von Menschen, die nach einem Herzstillstand erfolgreich wiederbelebt werden, deutlich erhöht. Böttiger hofft, mehr Kolleginnen und Kollegen von der neuen Behandlungsmethode überzeugen zu können.







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