23. 05. 2012
Seite drucken
Kölner Uniklinik empfiehlt frühzeitige OP gegen Schlaganfall
Carotis-Stenose, nennen Mediziner die Verengung der Halsschlagader, die das menschliche Gehirn mit frischem Blut und Sauerstoff versorgen. Gerade im Frühstadium könnte eine solche Verengung operativ behandelt und damit ein möglicher Schlaganfall verhindert werden. Darauf machten in dieser Woche Experten der Kölner Uniklinik aufmerksam. Das sieht auch der Direktor der Gefäßchirurgie im Kölner Herzzentrum der Unikilinik, Prof. Dr. Jan Brunkwall. Pro Jahr sind rund 150.000 Personen von einem solchen Schlaganfall betroffen. In rund 40 Prozent können die Mediziner trotz des erreichten Fortschritts nicht mehr helfen. Diejenigen, die den Schlaganfall überleben, müssen sich indes auf eine schwere Zeit einrichten. Nicht immer können die Betroffenen darauf hoffen, dass alle vom Sauerstoffmangel betroffenen Hirnareale tatsächlich wieder problemlos funktionieren. Langwierige Therapien und Reha-Maßnahmen sind die Folge. Nicht selten werden aus ehemals gesunden und aktiven Menschen Pflegefälle.
Eine Verengung der Schlagadern durch Fett- und Kalkablagerungen entsteht vor allem durch eine ungesunde Lebensweise mit fettem Essen, Übergewicht, Bewegungsmangel und Zigarettenkonsum. Betroffen sind vor allem Männer ab 50 Jahren. Die frühe Carotis- Stenose aber bleibt häufig unbemerkt, da die Patienten keinerlei Beschwerden zeigen. Aber mit zunehmender Verengung können Symptome wie kurze Lähmungen und Gefühlstörungen, Seh- und Sprachstörungen sowie wiederkehrende Schwindelanfälle auftreten. Lösen sich kleine Teile der Ablagerungen und verstopfen Gefäße im Gehirn, kann es zum Schlaganfall kommen. "Mit einer vollkommen schmerzfreien, 20-minütigen Ultraschall-Untersuchung können wir Verengungen der Halsschlagader sehr genau feststellen", erklärt Prof. Brunkwall. Rund 1000 Untersuchungen dieser Art im Jahr geben dem Team in der Uniklinik Köln Erfahrung und Routine. Nach der Diagnose einer solchen Verengung kann dann die OP erfolgen, alleine in Köln unternahmen die Experten im vergangenen Jahr rund 200 solcher Eingriffe.
Die Fachleute kennen dabei zwei Arten des chirurgischen Eingriffs. Eine Methode, die in der Uniklinik jedoch nur bei speziellen Indikationen beziehungsweise in besonderen Fällen angewandt wird, ist die Gefäßausdehnung mittels Ballonkatheter und der Einsatz eines Stents, um den verengten Bereich für den Blutfluss weiter zu öffnen. Die Methode ist nicht ganz unproblematisch, es besteht sogar ein größeres Schlaganfallrisiko, da sich bei der Ausdehnung kleinste Teile der Ablagerungen lösen und ins Gehirn gelangen können. Bei der sehr viel häufiger angewandten Methode der offenen Operation, wird der Hals lokal betäubt und die betroffene Halsschlagader geöffnet, um die Ablagerungen zu entfernen. "Durch die örtliche Betäubung wird das Herz des Patienten weniger belastet und der Arzt kann mit dem Patienten sprechen, um sein Befinden während der Operation abzufragen", so Brunkwall. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer wird bei dieser Methode mit drei Tagen zudem sehr gering gehalten. Das durchschnittliche Schlaganfallsrisiko reduziert sich durch den Eingriff von zwölf auf zwei Prozent, teilte die Uniklinik abschließend mit.

























