23. 05. 2012
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Kölner Uniklinik eröffnet ein innovatives Zentrum für Strahlentherapie
Am heutigen Mittwoch ist das Kölner Universitätsklinikum um eine Innovation reicher. Das „Cybertknife Cologne“ soll zukünftig ein neues innovatives Verfahren zur Strahlentherapie anbieten, wie die Verantwortlichen bei den Eröffnungsfeierlichkeiten ausführten. Viele Krebs-Patienten werden derzeit mit der klasssischen Bestrahlung therapiert. Mit dem neuen robotergestützten Linearbeschleuniger, der mit höchster Genauigkeit Tumoren bestrahlen kann, ohne umliegendes Gewebe zu schädigen, soll die Effizienz dieser Behandlungsmethode bei verschiedenen Krebsarten deutlich verbessert werden. Das Kölner Uniklinikum ist damit das erste im Westen der Republik, das über ein derart modernes Gerät verfügt, wie die Verantwortlichen weiter betonten.
„Die Eröffnung des Cyberknife Cologne ist ein wichtiger Tag für die Strahlentherapie an der Uniklinik Köln. Für Patientinnen und Patienten aus der gesamten Region und aus dem Ausland werden wir zum Anlaufpunkt für eine weitere, innovative Tumor-Therapie“, erklärte Prof. Dr. Edgar Schömig, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor der Uniklinik Köln, gleich zu Beginn der Veranstaltung. „Wirtschaftsnah, innovativ“ und doch nahe am Patienten wolle man sein, betonte der Klinikumsverantwortliche weiter. Das Cyberknife wird dabei im 2004 gegründeten CIO Köln/Bonn, dem Centrum für integrierte Onkologie, zum Einsatz kommen, so die Verantwortlichen weiter. Das Wohl der Patienten, aucn das Wohlbefinden, stehen dabei nach den Worten des medizinischen Leiters der Uniklinik im Vordergrund des eigenen Handelns.
Besonders versteckt liegende Tumore können mit der neuen Gerätschaft wirkungsvoll behandelt werden, hoffen die Mediziner. Als Beispiel nannten die Wissenschaftler Metastasen an der Wirbelsäule, bei denen herkömmliche Bestrahlungsapparaten kaum zum Einsatz kommen können. „Das Cyberknife ermöglicht hingegen fraktionierte, stereotaktische Bestrahlungen mit höchster Präzision. Dies schafft die Voraussetzungen zur Behandlung von Tumoren, die wegen ihrer Größe bislang strahlenchirurgisch nicht angegangen werden konnten“, bestätigten die Fachleute der Uniklinik. „Das Cyberknife gibt nacheinander zahlreiche, hochenergetische Strahlen aus unterschiedlichen Richtungen auf ein definiertes Gebiet innerhalb des Körpers ab. Jeder einzelne Strahl kann keine Schädigung des Gewebes bewirken – dafür ist er schlicht zu schwach. Aber die Bündelung aller Strahlen im Ziel führt zu einer Zerstörung des Tumorgewebes. Gesundes Gewebe in der Umgebung des Tumors wird hierbei jedoch geschont“, präzisierte der Leiter des Instituts für Strahlentherapie am Klinikum, Prof. Dr. Rolf-Peter Müller. Neben der gezielteren Bestrahlung erhoffen sich die Medizinexperten der Uniklinik auch eine deutliche Verkürzung der Behandlungszeiten.
„Durch das Konjunkturpaket II des Bundes ist es für uns möglich geworden, das Gebäude der Strahlenklinik insgesamt zu modernisieren und auszuweiten sowie das Cyberknife anzuschaffen“, ergänzte Günter Zwilling, Kaufmännischer Direktor der Uniklinik Köln. Tatsächlich belaufen sich die Kosten für Anschaffung und Installation einen Gesamtbetrag von rund 15 Millionen Euro, dabei sind allerdings auch die Kosten für das dazugehörige Gebäude eingerechnet. Das Kölner Uniklinikum blickt auf eine bereits mehrere Jahrzehnte bestehende Tradition mit Linearbeschleunigern zurück. Bereits in den 1980er Jahren haben die beiden Kölner Medizinforscher Günther Hartmann und Otto Pastyr erstmals Geräte dieser Wirkungsweise eingesetzt, damals in der so genannten Stereoteaxie. 1983 nahmen die Mediziner damit ihre Arbeit auf. Stereotaxische Radiochirurgie gibt es inzwischen seit fast 40 Jahren.

























