23. 05. 2012
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Kölner Versicherer und DKMS arbeiten zusammen
Die Deutsche Knochenmarkspenderkartei (DKMS) arbeitet seit inzwischen 18 Jahren. Nachdem in den frühen 90er Jahren die Situation dramatisch war, hat sich dies bis heute wesentlich verbessert, wie Heike Jungbluth von der Abteilung Fundraising der DKMS berichtete. Inzwischen gibt es rund zwei Millionen registrierte Knochenmarkspender nach lediglich 3000 im Jahr der Vereinsgründung. Dabei zeigen die vielen Beispiele, wie wichtig eine Registrierung ist, denn selbst unter Geschwistern ist keineswegs gewährleistet, dass die Stammzellen, die zur Therapie von Bluterkrankungen wie zum Beispiel Leukämie, auch tatsächlich vom Empfänger angenommen werden. Wolfgang Hitschke ist ein solches Beispiel. Als er im November 2005 die Diagnose "Leukämie" erhielt und nach zwei Chemotherapien im Februar 2007 einen Rückfall erlitt, musste es schnell gehen. Tatsächlich fanden sich in seinem Fall gleich zwei Spender, deren Stammzellen kompatibel waren. Inzwischen befindet sich Hitschke nach zweieinhalb Jahren Therapie auf dem Weg der Genesung. Seinerzeit hatte sein Vermieter eine große Typisierungsaktion in seinem Wohnort Lindlar organisiert. Den Spender hat er zwar bis heute noch nicht persönlich kennengelernt, aber Name, Wohnort und Mailadresse sind ihm bekannt. "Ich will meinen Lebensretter auf jeden Fall kennenlernen", versicherte Hitschke abschließend.
Der Kölner Versicherungskonzern Gothaer arbeitet seit inzwischen zwei Jahren und langfristig mit der DKMS zusammen. Auch hier stand am Anfang ein Beispiel persönlicher Betroffenheit. So berichtet der Personalvorstand des Konzerns, Dr. Herbert Schmitz, von seinem ebenfalls an Leukämie erkrankten älteren Bruder. Wie schwierig die Suche nach einem geeigneten Spender war, zeigt der Umstand, dass der eigene leibliche Bruder als potenzieller Spender ausfiel, weil die Übereinstimmung der Stammzellen nicht gegeben war. So entstand die Idee, Typisierungen im eigenen Unternehmen durchführen zu lassen. In einer ersten Welle vor zwei Jahren nahmen immerhin 560 Personen an dieser genetischen Untersuchung und der Registrierung in der DKMS-Spenderdatei teil. Seither sind noch einmal rund 100 hinzugekommen. Die erste Spenderin von Stammzellen war heute ebenfalls dabei. Karin Müller ließ sich im Februar 2008 Stammzellen entnehmen, die wurden ihr aus einem Bereich des Beckenknochens in Dresden entnommen. "Keine große Sache. Nach zwei Tagen war ich wieder fit", erklärte die Spenderin auf der heutigen Veranstaltung. Inzwischen sind neue Verfahren in der Anwendung, die selbst die minimal-invasiven Eingriffe überflüssig machen. Stammzellen könnten so künftig aus dem Blut der Spender extrahiert werden, hieß es dazu weiter.
Doch trotz des technischen Fortschritts und der guten Beispiele gibt es noch Handlungsbedarf. Zwar ist die deutsche Spenderkartei mit rund zwei Millionen registrierten Spendern inzwischen die größte weltweit. Insgesamt sind derzeit rund 13 Millionen Menschen als potenzielle Spender registriert. Angesichts von fast sieben Milliarden Menschen aber immer noch viel zu wenig. Neben der sehr geringen Trefferquote zwischen Empfängern und genetisch geeigneten Spendern bleibt für den ehrenamtlich arbeitenden Verein die Kostenfrage. Eine Registrierung und der anschließende Eintrag und die Verwaltung in der zentralen Spenderkartei kostet pro Freiwilligem 50 Euro. "Wir sind auf private Spenden und Unterstützer angewiesen. Damit können wir auch die Menschen registrieren lassen, die selbst keine 50 Euro haben", erläuterte Jungbluth. Umso wichtiger seien langfristige "Commitments" wie das des Kölner Versicherers. Neben der Typisierung gewährt das Unternehmen den freiwilligen Spendern auch Lohnfortzahlung und die Freistellung von der Arbeit. Dem Engagement auch von Firmen ist es zu verdanken, dass sich die Situation in Deutschland bereits wesentlich verbessert hat. Waren es nach Angaben der DKMS-Verantwortlichen Anfang der 90er Jahre 70 Prozent der Betroffenen, denen nicht geholfen werden konnte, hat sich dieser Anteil auf inzwischen 20 Prozent verringert. "Einen passenden Spender zu finden ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen", begründet Jungbluth die immer noch hohe Quote von Zurückgewiesenen. Bitter, denn für diese Menschen bedeutet ein geeigneter Stammzellenspender häufig die letzte Chance auf Heilung.

























