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23. 05. 2012
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Kölner Vielfalt: Für Logopäden eine besondere Herausforderung


19.07.2010 12:12 von:

Schlagwörter: Köln,Sprachimpuls,Logopädiepraxis,Köln-Sülz,Zuwanderungshintergrund,2010,Sprache

Mehr als 300.000 Menschen mit Migrationshintergrund leben derzeit in Köln. Bei Jugendlichen unter 18 sind es stadtweit sogar etwa 45 Prozent. Dieser demographischen Entwicklung passen sich immer mehr Kölner Unternehmer und der öffentliche Dienst an: Es gibt Lehrer, Polizisten und Sozialarbeiter aus Familien mit Zuwanderungshintergrund. Auch die logopädische Praxis "Sprachimpuls" in Köln-Sülz begegnet dem Trend mit einem innovativen Konzept. "Unsere Sprachtherapeuten sind in Deutschland ausgebildet, sprechen aber als Muttersprachler Russisch, Türkisch, Kurdisch, Persisch, Polnisch und andere Sprachen. Diese Sprachvielfalt ist unsere Antwort auf die multikulturelle Situation in Köln und ist zugleich unser Schlüssel zum Erfolg bei der Behandlung", so Sprachtherapeutin und Praxisinhaberin Diana de Paula.

Ob Redeflussstörungen (wie zum Beispiel Stottern), Aussprachefehler oder andere Auffälligkeiten, können von den Logopäden sowohl auf Deutsch, als auch in den gängigen Fremdsprachen behandelt werden. Eine Sprachtherapie hat die größte Aussicht auf zügigen Erfolg, wenn der Therapeut den Zugang zu seinem Patienten findet und sein Vertrauen gewinnt. Das ist gerade bei Kindern wichtig, die zweisprachig aufwachsen. Wenn der Therapeut die Muttersprache des kleinen Patienten spricht und die kulturellen Hintergründe gut versteht, gelingt es umso besser. Auch bei Patienten nach einem Schlaganfall ist eine Therapie in der Muttersprache oft effizienter, weiß Unternehmerin de Paula.

Einer immer wachsenden Nachfrage erfreut sich auch der Privatunterricht für Erwachsene mit dem Ziel, die Aussprache zu verbessern und den ausländischen Akzent wesentlich zu reduzieren. Denn immer mehr Migranten haben anspruchsvolle Jobs, bei denen auch öffentliches Auftreten (zum Beispiel mit Vorträgen und Präsentationen) zum Alltag gehört. Auch viele Deutsche nutzen das Angebot des Sprech- und Stimmtrainings, um öffentlich souveräner zu präsentieren. Der Trend zu Mehrsprachigkeit wird auch von der Forschung berücksichtigt, betont de Paula. "Unsere Sprachtherapeuten stützen sich in Ihrer Arbeit auf die jüngsten Erkenntnisse der modernen Wissenschaft. Durch die Kooperation der Praxis mit dem Forschungsinstitut und Beratungsstelle für Sprachrehabilitation (FBS) der Universität Köln entsteht eine enge Verbindung zwischen Theorie und Praxis".

Der einzige Nachteil ist der immer noch unzureichende Zugang zur Information über solche Angebote: "Unter Mitbürgern mit Migrationshintergrund ist es zum Beispiel weitgehend unbekannt, dass logopädische Leistungen für Kinder bei Bedarf von den Krankenkassen übernommen werden. Auch nicht alle Kinderärzte bedenken bei der Überweisung, dass es in Köln auch zweisprachige Sprachtherapeuten gibt", beklagt die Logopädin. "Hier sehen wir noch Handlungsbedarf und wollen verstärkt an die Öffentlichkeit gehen". Neben der Mehrsprachigkeit hat die Praxis zusätzlich einen Schwerpunkt: die Neurofunktionelle Reorganisationstherapie Therapie nach Dr. Padovan, die eine ganzheitliche Therapie für Entwicklungs-, Sprach- und Lernstörungen ermöglicht.

Weitere Informationen zu der Kölner Logopädiepraxis finden Sie auch im Internet unter: www.sprachimpuls.de.







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