23. 05. 2012
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Kölner Wissenschaftler starten Forschungsprojekt
Die Universitätsklinik in Köln und ihre Institute sind forschungsstark. So lag die Kölner Uniklinik in einem Ranking Ende vergangenen Jahres unter den forschungsstärksten Einrichtungen in der bundesdeutschen Spitzengruppe. Wie zum Beweis startete zu Jahresbeginn ein weiteres Forschungsvorhaben. Die in München ansässige José Carreras-Stiftung hat dazu einen Finanzierungsbeitrag in Höhe von 147.600 Euro zur Verfügung gestellt. Empfänger ist ein interdisziplinäres Forscherteam unter der Leitung von Dr. Karl-Anton Kreuzer, Privatdozent an der Uniklinik. Auch die Kölner Biologin Iris Gehrke, Mitarbeiterin in der Klinik I für Innere Medizin, Labor für Molekularer Hämatologie und Onkologie, ist mit von der Partie. Gemeinsam wollen sie den Ursachen der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) nachgehen.
Bei dieser Form des Blutkrebses mutieren Blutzellen zu bösartigen Killerzellen, die ihre bisherigen Funktionen innerhalb des Organismus nicht mehr ausfüllen können. Dabei verdrängen sie sogar die funktionstüchtigen Bestandteile des menschlichen Blutes. Neben Anzeichen von Blutarmut sind die betroffenen Patienten überdies besonders anfällig für Infektionskrankheiten. Das Verhalten dieser Zellen, die zudem nicht absterben und dadurch ihre Zahl erhöhen, wird im Mittelpunkt des Forschungsprojektes stehen. Medizinforscher nennen dieses Phänomen einen "apoptotischen Block". Das Projekt ist zunächst auf eine Dauer von zwei Jahren ausgelegt.
Die Forscher wollen den Wachstumsbedingungen dieser Zellen auf den Grund gehen. Im Visier haben sie dabei einen "vaskulo-endothelialen Wachstumsfaktor",. Kurz VGF genannt. Das entsprechende Protein wird in den mutierten Zellen nicht mehr normal reguliert. Stattdessen wird vermehrt dieses Eiweiß produziert, die Zellen bilden zudem Rezeptoren aus, was in gesunden Zellen nicht der Fall ist. Mit einer detaillierten wissenschaftlichen Beschreibung der molekularen Zusammenhänge wollen die Wissenschaftler mögliche Angriffspunkte der Killerzellen und damit auch neue therapeutische Ansätze herausfinden. Gerade bei dieser Form des Krebses gestalten sich die derzeitigen Therapiemöglichkeiten eher schwierig, weil mit der Therapie viele Nebenwirkungen auftreten. Insofern soll eine Weiterentwicklung therapeutischer Ansätze für die Betroffenen zu einer schonenderen und trotzdem effektiven Behandlungen führen, erklärte Kreuzer abschließend.
Die José Carreras-Stiftung wurde im Jahr 1995 gegründet, nachdem der bekannte Startenor selbst an Leukämie erkrankte. Bislang ermöglichte die Stiftung durch entsprechende Zuschüsse den Start von rund 700 Projekte. Neben der Unterstützung der Medizinforschung werden auch Behandlungseinrichtungen und Reha-Zentren mit Stiftungsgeldern unterstützt. Auch Selbsthilfegruppen und Elterninitiativen werden gefördert. Die Stiftung ist gemeinnützig und ist Träger des DZI-Spendensiegels. Das soll gewährleisten, dass tatsächlich der größte Teil der Spendengelder einem gemeinnützigen Zweck zufließen.

























