23. 05. 2012
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Mehr Pflegebegutachtungen bei Privatversicherten
Im vergangenen Jahr hat der medizinische Dienst der privaten Krankenversicherungen, die in Köln ansässige Medicproof GmbH, 120.895 Pflegegutachten durchgeführt. Das waren 3,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Am gestrigen Donnerstag stellte das Unternehmen seinen Tätigkeitsbericht für das abgelaufene Jahr vor. Die Verantwortlichen zeigten sich zufrieden mit der eigenen Bilanz. Wir haben im vergangenen Jahr ein gutes Ergebnis erzielt und so viele Begutachtungen geleistet, wie nie zuvor. Auch für 2011 gehen wir von einer mindestens drei Prozent höheren Nachfrage nach Pflegegutachten aus", erklärte Dr. Ulrike Diedrich, Geschäftsführerin von Medicproof.
Pro Tag bedeutet das ein Aufkommen von rund 520 Gutachten. Derzeit arbeiten im Netzwerk des medizinischen Dienstes fast 800 freiberufliche Ärzte die steigenden Zahlen der Begutachtungsaufträge ab. Der Kölner Dienstleister sorgt mit Schulungsmaßnahmen für das entsprechende Qualitätsmanagement bei den teilnehmenden Ärzten. Pläne, das Begutachtungsverfahren ändern zu wollen, nimmt der Kölner Dienstleister gelassen zur Kenntnis. Inwieweit ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff und ein darauf abgestelltes Begutachtungsverfahren noch 2011 konkretisiert werden, ist derzeit nicht abzusehen. Wir werden allerdings die nötigen Vorkehrungen treffen, um gesetzliche Änderungen zeitnah umsetzen zu können", so Diedrich weiter.
In etwas mehr als 100.000 Gutachten ging es um die Frage, ob eine Bedürftigkeit vorliegt und in welche Pflegestufe die Betroffenen eingeordnet werden müssen. In 20.194 Fällen wurden weitere Ergänzungen zu den Standardgutachten durchgeführt. Dazu gehören Pflegehilfsmittelgutachten, Gutachten zur Bewertung der Alltagskompetenz, Stellungnahmen zu Einspruchs- und Sozialgerichtsverfahren oder ergänzende pflegefachliche Stellungnahmen. Bei 34,5 Prozent aller durchgeführten Gutachten handelte es sich um die Feststellung von Pflegebedürftigkeit und Zuordnung einer Pflegestufe nach Erstanträgen. 32,2 Prozent der Gutachten erfolgten aufgrund einer von den Versicherten angezeigten Veränderung des Pflegeaufwands oder der Pflegesituation, und bei 13 Prozent der Aufträge handelte es sich um reine Wiederholungsgutachten auf Initiative der Versicherungen. Die Zahl der Einwendungen bewegte sich 2010 auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie in den Vorjahren. Im ambulanten Bereich kam es lediglich bei 4,3 Prozent der erfolgten Begutachtungen zu Einsprüchen durch die Versicherten oder ihre Bevollmächtigten, im Bereich vollstationärer Pflege lag der Anteil bei 2,8 Prozent, teilte der Dienstleister abschließend mit.

























