23. 05. 2012
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Mobile Bestrahlung während Brusttumor-OP möglich
Bislang war die Behandlung von Brustkrebspatientinnen, insbesondere die anschließende Bestrahlung des Tumorbettes, mit Unsicherheiten behaftet. Nun soll ein neuartiges mobiles Elektronenbestrahlungsgerät die Behandlung von Brustkrebspatientinnen wesentlich verbessern. "Damit kommt die Strahlentherapie zum Patienten und nicht der Patient zur Strahlentherapie", so Privatdozent Dr. Roland Reitsamer, Oberarzt der Universitätsklinik, Abteilung Spezielle Gynäkologie am Salzburger Brustzentrum. Das rund 1,25 Millionen Euro teure Gerät ist seit dem heutigen Montag im Einsatz, eine 65-jährige Patientin ist bereits operiert, eine zweite Patientin wurde für ihre Operation am Nachmittag vorbereitet, wie die Chefärztin des Brustzentrums am St.-Elisabeth-Krankenhaus Köln-Hohenlind, Dr. Claudia Schumacher, bei der heutigen Pressekonferenz erläuterte. Rund ein Jahr dauerten die Vorbereitungen, insbesondere die Anforderungen an die Strahlensicherheit werden in Deutschland strenger gehandhabt wie in anderen europäischen Ländern. "Wir haben Blei in den Wänden", erläuterte der Leiter des Kölner Strahleninstituts CDT, Dr. J.J. Jennissen. Auch bei der Honorierung der neuen OP-Methode habe man eine angemessene Bezahlung mit den Gesetzlichen Krankenkassen erreichen können, so Jennissen weiter.
Nachhaltigkeit der Tumorbehandlung nachgewiesen
Durch das neue Gerät, finanziert unter anderem durch zwei Fördervereine, wird die Bestrahlung der Patientinnen während der OP wesentlich reduziert. "Das Transportrisiko entfällt fast völlig", beschreiben die Mediziner den Vorteil. In einer internationalen Studie stellte sich heraus, dass die Rate von Patientinnen, die nach OP und gleichzeitiger Bestrahlung so genannte "Lokalrezitive" aufwiesen, um fast die Hälfte gesunken ist. Insgesamt wurden dabei 1131 Patientinnen untersucht. Auch in Deutschland gibt es bereits Krankenhäuser, die diese Methode anwenden. Aber im Vergleich zum Kölner Brustzentrum im Krankenhaus Hohenlind muss beispielsweise am Universitätsklinikum in Münster die Patientin während oder direkt nach der OP zum Bestrahlungsgerät transportiert werden muss. Der Bedarf am St.-Elisabeth-Krankenhaus ist jedenfalls vorhanden. Das dortige Brustzentrum behandelt pro Jahr rund 1300 Brustkrebspatientinnen, bei 700 werden so genannte Primärkarzinome diagnostiziert. Chefärztin Schumacher geht davon aus, dass das neue Gerät, von dem bislang weltweit erst knappe 20 ausgeliefert wurden, in mehreren Hundert Fällen zum Einsatz kommen wird. Erst vor wenigen Tagen wurden die Standards des Brustzentrums erneut durch die zuständige Ärztekammer zertifiziert. Und auch für den Geschäftsführer des Krankenhauses, Horst Kugelmeier, hat das neue Gerät etwas Positives. "Wir versuchen immer, innovativ zu arbeiten", so Kugelmeier. Im Bereich Brustkrebsbehandlung spielt das Krankenhaus im Kölner Westen dabei bundesweit eine Vorreiterrolle.

























