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23. 05. 2012
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Neue Broschüre für Angebote bei Essstörungen


02.03.2010 15:14 von:

Schlagwörter: Köln,Essstörung,Präsentation,Broschüre,Ernst-Wendt-Stiftung,Gesundheitsdezernent

Genau Zahlen oder Schätzungen gibt es nicht. Aber das Phänomen der Essstörungen scheint in einer Gesellschaft, die noch immer nach dem schlanken Schönheitsideal strebt, immer offenkundiger zu werden. Hinzu kommt, dass im Gegensatz zu Adipositas-Patienten (Übergewicht) das Problem der Untergewichtigkeit und der damit verbundenen Essstörungen vielschichtig, aber auch häufig genug verschwiegen werden. Auf konkrete Zahlen wolle man sich für Köln keinesfalls festlegen, aber dass die Problematik nicht geringer wurde, daran ließen die versammelten Mitglieder des Arbeitskreises Essstörungen der Kommunalen Gesundheitskonferenz, die ihre neue Broschüre am heutigen Dienstag im Rathaus vorstellten, keine Zweifel. Bundesweit gibt es nach Schätzungen des Deutschen Instituts für Ernährungsmedizin und Diätetik (DIET) über 100.000 "Magersüchtige" und rund 600.000, die an Bulemie leiden. "Dieses lebensbegleitende Thema ist ein wichtiges für Kinder und Jugendliche. Es gibt dort erhebliche Probleme", weiß Kölns Gesundheitsdezernentin Marlis Bredehorst. "Häufig dauert es bis zu fünf Jahre, bis eine Essstörung als solche diagnostiziert wird", ergänzte die Sprecherin des Arbeitskreises, Andrea Frewer vom Verein Lobby für Mädchen e.V. Der Verein bietet jeweils dienstags zwischen 16 und 18 Uhr eine kostenlose Beratungshotline für Mädchen an. Mit der Broschüre wolle man nun einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Vernetzung der Kölner Akteure unternehmen und zugleich eine der zentralen Forderungen des Handlungskonzepts der Kommunalen Gesundheitskonferenz umzusetzen, betonte Frewer weiter. Die Broschüre, die in einer Auflage von 20.000 gezielt an Schulen, Hilfsorganisationen und Multiplikatoren gehen soll, wagt dabei den großen Sprung. Neben der Beschreibung der unterschiedlichen Formen von krankhaften Essstörungen findet sich dort auch eine Kurzbeschreibung aller Netzwerkpartner, eine Liste mit weiterführenden Links sowie zwei adaptierte Checklisten für Betroffene und deren Angehörige.

Der Arbeitskreis Essstörungen, in dem derzeit rund 15 Einrichtungen, Vereine und Organisationen interdisziplinär zusammenarbeiten, war bereits vor der Einrichtung der Kommunalen Gesundheitsorganisation aktiv. Mit der Etablierung dieser Einrichtung wurde auch der Arbeitskreis als einer der aktivsten in die Struktur "eingemeindet". Die Broschüre selbst wurde denn auch ohne städtischen Zuschuss produziert. Große Hoffnungen machen sich die Beteiligten vor allem in Sachen Ansprache durch die nun eingeleiteten Ausbaumaßnahmen des Offenen Ganztagsunterrichts. Hildegard Schmitz-Krahm, Ernährungsberaterin beim Kölner Gesundheitsamt, weiß, dass gerade das besonders betroffene Klientel von Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen auch schwierig zu erreichen ist. Die Ursachen einer Essstörung können dabei sowohl psychischer als auch psychosomatischer Natur sein. Ob Minderwertigkeitskomplexe, falsche Ideal oder schlicht fehlende Vorbilder. Die Wege in eine solch krankhafte Essstörung sind schnell gegangen, der Weg aus ihnen heraus ist dafür umso schwerer. "Die Übergänge sind eher fließend. Das macht eine eindeutige Diagnose so schwierig", weiß Oberärztin Dr. Carmen Blaschke vom St. Agatha-Krankenhaus in Köln-Nippes. Häufig genug werden Essstörungen von Störungen der Persönlichkeit begleitet. Auch Zwangsstörungen und Depression sind vielfach Auslöser einer Essstörung. "Das öffentliche Schönheitsideal und die tatsächliche Realität klaffen immer weiter auseinander", stellt Dr. Carola Bartels-Dickescheid von der Kölner Uniklinik fest. So will die Broschüre vor allem eines, die Angebotsvielfalt der unterschiedlichen Projektpartner aufzeigen und damit die Vernetzung weiter vorantreiben, wie die Beteiligten abschließend versicherten.

Interessierte können die Broschüre auch beim Kölner Gesundheitsamt direkt anfordern. Ansprechpartnerin ist Frau Silvia Clever unter der Rufnummer: 0221 / 221 – 24578 oder per Mail an:

silvia.clever@stadt-koeln.de. Auf der Internetseite des Vereins Lobby für Mädchen kann die Broschüre auch als pdf-Dokument herunterladen. Sie finden die Seite unter: www.lobby-fuer-maedchen.de.







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