23. 05. 2012
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NRW-Gesundheitsministerin sieht keine Entwarnung bei AIDS/HIV
Die nordrhein-westfälische Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, Barbara Steffens, hat vor übertriebenen Hoffnungen bei der Bekämpfung von AIDS/HIV gewarnt. Das erklärte die Grünen-Politikerin nach Bekanntwerden der aktuellen Zahlen Neuinfizierte im Vorfeld des diesjährigen Welt-AIDS-Tages. "Obwohl die Zahl der Neuinfektionen gegenüber den Vorjahren leicht gesunken ist, ist eine HIV/AIDS-Prävention, die sich gezielt an die am meisten gefährdeten Menschen wendet, weiterhin unverzichtbar", stellte Gesundheitsministerin Barbara Steffens anlässlich des bevorstehenden Welt-AIDS-Tages am morgigen Mittwoch klar.</p<
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Nach aktuellen Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) leben in Nordrhein-Westfalen derzeit etwa 14.000 Menschen mit HIV oder AIDS. 2010 haben sich etwa 610 Männer und 80 Frauen in NRW neu infiziert. Damit ist die Zahl der Neuinfektionen gegenüber dem vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. "Dies ist jedoch kein Grund zur Entwarnung. Es wäre fatal, wenn wir diesen Trend zum Anlass nehmen würden, unsere Aktivitäten zurückzufahren. Wir haben diese heutige Stabilität nur deshalb erreicht, weil wir seit mehr als 20 Jahren in Nordrhein-Westfalen ebenso wie in Deutschland Prävention groß geschrieben haben. Die nach wie vor hohe Zahl von HIV-Neuinfektionen zeigt, dass die vorbeugende Arbeit unverändert wichtig bleibt", so die Ministerin weiter.
Männer sind demnach auch weiterhin Hauptzielgruppe von Präventionsmaßnahmen. Von den neuinfizierten im vergangenen Jahren waren immerhin 490 Männer, die zuvor Sex mit gleichgeschlechtlichen Partnern hatten. Weitere 122 Männer, die in der Statistik als Neuerkrankungen auftauchen, hatten Verkehr mit Frauen. 40 Personen aus der männlichen Gruppe der Neuerkrankten hatten zuvor Spritzen für den intravenösen Drogenkonsum benutzt, so die offiziellen Zahlen aus Berlin, die am heutigen Dienstag verkündet wurden. "Die Zahlen machen deutlich, dass die Präventionsanstrengungen der vergangenen Jahrzehnte Wirkung zu zeigen. Hier nachzulassen, wäre aber ein falscher Weg", bekräftigte Steffens. Stattdessen müsse die Präventionsarbeit weiterentwickelt werden, forderte die Grünen-Politikerin. Dazu soll eine Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW eingerichtet werden, die zum Beginn des kommenden Jahres erstmals tagen soll. An den Gesprächen werden neben Experten der Ministerien und Kommunen auch die Freien Träger eingeladen werden, so das Ministerium abschließend.

























