23. 05. 2012
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NRW: Zahl der Rauschgift-Patienten steigt weiter an
Im Jahr 2010 sind in den nordrhein-westfälischen Krankenhäusern knapp 102.000 Personen medizinisch behandelt worden, nachdem sie zuvor berauschende Substanzen zu sich genommen hatten und so den Krankenhaus-Aufenthalt notwendig gemacht haben. Gegenüber dem Jahr 2005 bedeutet das einen Anstueg von 10,9 Prozent, wie das Statistische Landesamt am gestrigen Dienstag bekannt gab. Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich allerdings ein leichter Rückgang von 1,6 Prozent, wie die Landesstatistiker einräumen mussten. Mit eingerechnet sind dabei auch die Behandlungen nach Konsum und Missbrauch legaler Substanen wie zum Beispiel Alkohol. In 72 Prozent der Fälle waren die festgestellten 102 000 psychischen und Verhaltensstörungen im Jahr 2010 auf den vorherigen Missbrauch von Alkohol zurückzuführen.
Nahezu drei Viertel (74.525) der mit der Diagnose „Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen“ Behandelten waren Männer, das waren 10,4 Prozent mehr als 2005. Die Zahl der mit dieser Diagnose behandelten Frauen war 2010 mit 27 364 um 12,4 Prozent höher als fünf Jahre zuvor. Damit wurde bei etwa jedem 116. Mann und jeder 334. Frau im Lande eine auf die Einnahme von psychoaktiven Substanzen zurückzuführende Gesundheitsstörung diagnostiziert. 80 Prozent der Behandelten waren zur Zeit des Krankenhausaufenthaltes zwischen 25 und 65 Jahre alt, 14 Prozent waren jünger als 25 Jahre und 6 Prozent waren 65 Jahre oder älter. Gemessen an der Bevölkerung wiesen Patientinnen und Patienten aus Bielefeld (0,93 Prozent) und Dortmund (0,90 Prozent) landesweit die höchsten Quoten bei dieser Diagnose aus. Die niedrigsten Behandlungsquoten haben die Statistiker für die in den Kreisen Olpe (0,29 Prozent) und Borken (0,34 Prozent) gemeldeten Einwohner ermittelt.
Auch Beim Alkoholmissbrauch war die Zahl der Patientinnen und Patienten mit 73.841 zwar um 2,7 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor, aber um 11,4 Prozent höher als 2005. Überdurchschnittlich zugenommen hat dabei die Zahl der Jugendlichen, die aufgrund von Alkoholmissbrauch im Krankenhaus behandelt werden mussten: Die Zahl der unter 18-Jährigen war mit 4415 um 52,6 Prozent, die der 18 bis 25-Jährigen mit 4992 um 60,0 Prozent höher als 2005. Gezählt werden in dieser Statistik alle stationär in einem Krankenhaus behandelten Kranken mit Wohnsitz in NRW einschließlich so genannten Stundenfälle. Damit gemeint sind Patienten, die bereits am Aufnahmetag wieder entlassen oder in ein anderes Krankenhaus verlegt wurden.


























