23. 05. 2012
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Prävention gegen AIDS muss gestärkt werden
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der
Verein AIDS-Hilfe Köln e.V. hatte zu einem Gespräch in das große Zelt
am Aachener Weiher geladen. Die Direktorin der Bundeszentrale Dr.
Elisabeth Pott erläuterte, dass die Prävention rund 30.000 Menschen vor
einer Erkrankung bewahrt habe und dadurch rund 450 Millionen Euro an
Behandlungskosten pro Jahr eingespart werden konnten. „Da Aids in der
öffentlichen Wahrnehmung zunehmend in Vergessenheit gerät, ist der
beispielhafte Präventionserfolg der vergangenen Jahre heute wieder
gefährdet“, mahnte jedoch Pott.
International stehe Deutschland im Vergleich vergleichsweise gut da.
Gerade einmal 0,6 Infizierte pro 1000 Einwohner seien bundesweit
registriert. In den Niederlanden liege diese Zahl bei 1,1 Promille, die
Schweiz (2,6 Promille) und Spanien (3,3 Promille) weisen bereits
wesentlich höhere AIDS-Zahlen auf. Trotzdem ist die Prävention in
Deutschland auf dem Rückzug. Der Anteil der Kondomnutzer bei den unter
45-jährigen ist beispielsweise zwischen 1997 und 2004 von 73 auf 69
Prozent gesunken. Nur noch 60 Prozent der Deutschen betrachten AIDS als
eine der gefährlichsten Krankheiten. Insbesondere bei den Jüngeren ist
das Wissen um die Krankheit und die Gefahren der Ansteckung in
Vergessenheit geraten. Die Bundeszentrale zielt mit ihren Aktivitäten
daher vor allem auf die nachwachsende Generation. „Dabei achten wir
bei allen unseren Aufklärungsangeboten stets auf zwei Aspekte: Wir
wollen Informationen vermitteln und die Gefühle, also Kopf und Herz
ansprechen. Und das möglichst nachhaltig“, so Pott weiter.
Auch die AIDS-Hilfe Köln möchte die Präventionsarbeit im kommenden Jahr
intensivieren. Die zwischenzeitlich dramatische finanzielle Situation
des Vereins konnte inzwischen deutlich entspannt werden, so
Vereinsgeschäftsführer Michael Schumacher. Um dies erreichen zu können,
forderte Schumacher mehr Geld von der Stadt. „Angesichts der
Neuinfektionszahlen in Köln sind wir fest entschlossen, im nächsten
Jahr mehr Ressourcen in der Prävention einzusetzen“, erklärte
Schumacher. Insbesondere junge Männer und Einwanderer aus so genannten
„Hochprävalenzländern“ (z.B. Afrika) sollen über die Risiken einer
Infektion und den Verlauf einer Krankheit aufgeklärt werden. Bei
letzterem habe man den Jeanshersteller Levi Strauss als Sponsor
gewinnen können. Als positiv bezeichnete Schumacher die
Präventionsmaßnahmen für Nutzer harter Drogen. Durch Ausgabe von mehr
als 46.000 sauberen Spritzen an Automaten im Jahr 2004 habe sich die
Zahl der Neuansteckungen durch infizierte Spritzen erheblich reduziert.
Die hohe Akzeptanz der Automaten in der Drogenszene wird in diesem Jahr
eher noch zunehmen, hofft Schumacher abschließend.
Derweil forderte auch die SPD im Stadtrat und die Opposition von SPD
und Grünen auf Landesebene neue Haushaltsansätze für das kommende Jahr,
damit die Präventionsarbeit an der Basis gestärkt werde. Zudem solle im
nächsten Jahr ein Bericht vor dem Landtag über die eingeleiteten
Maßnahmen vorgelegt werden.

























