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23. 05. 2012
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Prävention gegen AIDS muss gestärkt werden


25.01.2009 10:36 von:

Schlagwörter: Köln,Gesundheit,AIDS,Prävention,Verein,AIDS-Hilfe e.V.,Welt-AIDS-Tag

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Verein AIDS-Hilfe Köln e.V. hatte zu einem Gespräch in das große Zelt am Aachener Weiher geladen. Die Direktorin der Bundeszentrale Dr. Elisabeth Pott erläuterte, dass die Prävention rund 30.000 Menschen vor einer Erkrankung bewahrt habe und dadurch rund 450 Millionen Euro an Behandlungskosten pro Jahr eingespart werden konnten. „Da Aids in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend in Vergessenheit gerät, ist der beispielhafte Präventionserfolg der vergangenen Jahre heute wieder gefährdet“, mahnte jedoch Pott.            

International stehe Deutschland im Vergleich vergleichsweise gut da. Gerade einmal 0,6 Infizierte pro 1000 Einwohner seien bundesweit registriert. In den Niederlanden liege diese Zahl bei 1,1 Promille, die Schweiz (2,6 Promille) und Spanien (3,3 Promille) weisen bereits wesentlich höhere AIDS-Zahlen auf. Trotzdem ist die Prävention in Deutschland auf dem Rückzug. Der Anteil der Kondomnutzer bei den unter 45-jährigen ist beispielsweise zwischen 1997 und 2004 von 73 auf 69 Prozent gesunken. Nur noch 60 Prozent der Deutschen betrachten AIDS als eine der gefährlichsten Krankheiten. Insbesondere bei den Jüngeren ist das Wissen um die Krankheit und die Gefahren der Ansteckung in Vergessenheit geraten. Die Bundeszentrale zielt mit ihren Aktivitäten daher vor allem auf die nachwachsende Generation.  „Dabei achten wir bei allen unseren Aufklärungsangeboten stets auf zwei Aspekte: Wir wollen Informationen vermitteln und die Gefühle, also Kopf und Herz ansprechen. Und das möglichst nachhaltig“, so Pott weiter.

Auch die AIDS-Hilfe Köln möchte die Präventionsarbeit im kommenden Jahr intensivieren. Die zwischenzeitlich dramatische finanzielle Situation des Vereins konnte inzwischen deutlich entspannt werden, so Vereinsgeschäftsführer Michael Schumacher. Um dies erreichen zu können, forderte Schumacher mehr Geld von der Stadt. „Angesichts der Neuinfektionszahlen in Köln sind wir fest entschlossen, im nächsten Jahr  mehr Ressourcen in der Prävention einzusetzen“, erklärte Schumacher. Insbesondere junge Männer und Einwanderer aus so genannten „Hochprävalenzländern“ (z.B. Afrika) sollen über die Risiken einer Infektion und den Verlauf einer Krankheit aufgeklärt werden. Bei letzterem habe man den Jeanshersteller Levi Strauss als Sponsor gewinnen können. Als positiv bezeichnete Schumacher die Präventionsmaßnahmen für Nutzer harter Drogen. Durch Ausgabe von mehr als 46.000 sauberen Spritzen an Automaten im Jahr 2004 habe sich die Zahl der Neuansteckungen durch infizierte Spritzen erheblich reduziert. Die hohe Akzeptanz der Automaten in der Drogenszene wird in diesem Jahr eher noch zunehmen, hofft Schumacher abschließend.

Derweil forderte auch die SPD im Stadtrat und die Opposition von SPD und Grünen auf Landesebene neue Haushaltsansätze für das kommende Jahr, damit die Präventionsarbeit an der Basis gestärkt werde. Zudem solle im nächsten Jahr ein Bericht vor dem Landtag über die eingeleiteten Maßnahmen vorgelegt werden.








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