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23. 05. 2012
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Robert-Koch-Institut: Zahl der AIDS-Infizierten steigt weiter an


22.11.2010 21:27 von:

Schlagwörter: Köln,Robert-Koch-Institut,2010,November,AIDS,HIV,Neuinfektionen,Berlin

Die Zahl der an der Immunschwächekrankheit AIDS erkrankten Menschen hat sich in Deutschland nicht verringert. Wie das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) am heutigen Montag in Berlin bekannt gab, leben in Deutschland leben nach einer aktuellen Schätzung rund 70.000 Menschen mit der noch immer unheilbaren Krankheit. Diese Zahl steigt seit Jahren kontinuierlich. Dank verbesserter Medikamente sinkt jedoch die Zahl der Todesfälle auch in diesem Jahr weiter. Derzeit sind es nach Angaben des RKI rund 550. Sorgen bereitet den Gesundheitsexperten indes die weiterhin hohe Zahl der Neuansteckungen. Sie wird nach Schätzungen des RKI auch in diesem Jahr wieder bei rund 3000 liegen. "Die nach wie vor hohe Zahl der HIV-Neuinfektionen zeigt, dass Prävention und Forschung unverändert wichtig bleiben", betonte der Präsident des RKI, Reinhard Burger, bei der heutigen Präsentation der Zahlen.

Männer sind dabei in Deutschland weitaus häufiger mit dem HIV-Virus infiziert als Frauen. Rund 42.000 der geschätzten 70.000 AIDS-Kranken sind Männer. Die Zahl derjenigen, die sich beim Geschlechtsverkehr mit heterosexuellen Partnerinnen und Partnern angesteckt haben, liegt bei rund 10.000, so ein weiterer Schätzwert des RKI. Weitere 7300 Infizierte stammen aus Ländern der so genannten Hochprävalenzregionen, sie haben sich in der Mehrzahl bereits dort infiziert. Weitere rund 10.000 holten sich die Immunschwächekrankheit beim Benutzung nicht desinfizierter Spritzen bei akuter Drogensucht. Nach einem deutlichen Anstieg zu Beginn des Jahrzehnts stabilisiert sich die Zahl der Neuinfektionen seit der Mitte des Jahrzehnts auf hohem Niveau. Nach Ansicht von Forschern leisten auch andere Erreger einen wichtigen Beitrag zum Anstieg der HIV-Neuinfektionen. Eine besondere Rolle kommt dabei dem Syphillis-Erreger zu. Über die Entzündungen und die damit verbundene Schwächung der körpereigenen Abwehrkräfte erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Infektion. Einen ähnlichen Effekt beobachteten Wissenschaftler auch bei der anschließenden weiteren Übertragung der Erreger.

Als paradox bezeichnete RKI-Präsident Burger das Risikomanagement der jungen Generation. Sind sich beide Partner sicher, dass der jeweils andere nicht mit dem Virus infiziert ist, verzichten die jungen Liebenden allzu häufig auf ein Kondom. Mittelfristig befürchtet das RKI, dass dieses Verhalten die Zahl der Neuinfektionen sogar weiter erhöhen kann. Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Zeitpunkt des Behandlungsbeginns von Infizierten. Zuletzt kamen die Infizierten später zur Therapie. Das aber verringert die Chancen, bereits in der Frühphase der Erkrankung zum Beispiel durch eine antivirale Therapie die Infektiosität zu senken. Inzwischen geht der Trend aber wieder zur frühzeitigen Behandlung. Die HIV-Neuinfektionen sollten jedoch nicht verwechselt werden mit den Neudiagnosen. Die Meldungen der Neudiagnosen erlauben keinen direkten Rückschluss auf den Infektionszeitpunkt, da HIV-Infektion und –Test zeitlich weit auseinander liegen können.

Die heute vorgestellten Zahlen basieren auf Schätzungen des RKI. Sie sind auch im Internet verfügbar unter: www.rki.de.







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