23. 05. 2012
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Rund 150 Gäste beim Gesundheitskongress im Rathaus
Seit knapp zwei Jahren gibt es in der Domstadt das Bündnis für gesunde Lebenswelten. Mit finanzieller Anschubfinanzierung des Bundesgesundheitsministeriums schlossen sich die Kölner Akteure aus den Bereichen Schule, Sport und Gesundheit zu einem Netzwerk zusammen. Wissenschaftlich begleitet wurde das Ganze von der Deutschen Sporthochschule (DSHS). Die Anschubfinanzierung für dieses Netzwerkvorhaben läuft zwar in diesem Jahr aus. Aber den Verantwortlichen ist es gelungen, die Fortführung dieses Vorhabens sicherzustellen. Die dafür notwendigen Gelder stammen unter anderem von Krankenkassen und einer Stiftung, wie Kölns Schul- und Jugenddezernentin Dr. Agnes Klein verriet. Die Finanzierung der weiteren Vorhaben, insbesondere in der Qualifizierung von Personen im Schulbetrieb – bisheriger Schwerpunkt waren die Hauptschulen der Stadt -, ist nun für zwei weitere Jahre sichergestellt, wie Projektkoordinatorin Dr. Eike Quilling versicherte. Netzwerkpartner sind das Schulamt für die Stadt Köln, der Stadtsportbund, die Sporthochschule Köln (DSHS), die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA), der Verein "Die Lernende Region – Netzwerk Köln e.V." sowie zahlreiche Praxisprojekte und Initiativen. Gleich zu Beginn erhielt die städtische Gemeinschaftshauptschule Ringelnatzstraße im Kölner Stadtteil Rodenkirchen das Gütesiegel "Gesunde Schule Köln" überreicht.
Ergebnisse sind eindeutig
In einer wissenschaftlichen Evaluierung, durchgeführt unter Leitung von Privatdozentin Dr. Dr. Christiane Graf von der DSHS, zeigten die verschiedenen Maßnahmen eine überraschend eindeutige Wirkung. Untersucht wurden dabei fünf so genannte Interventionsklassen. Als Kontrollgruppe dienten vier Klassen, in denen keinerlei Maßnahmen zur Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen durchgeführt wurden. Die Koordinationsleistung in den Interventionsklassen stieg um zehn bis 15, bei Liegestützen und anderen Kraftübungen sogar um 40 bis 50 Prozent. Diese deutliche Verbesserung habe selbst die Sportwissenschaftlerin überrascht, wie Graf ausführte. Dabei wurde nicht einfach nur mehr Sportunterricht angeboten, sondern gezielte Angebote für mehr Bewegung und eine gesündere Ernährung, ergänzte Projektleiterin Quilling. Und auch der Sport brachte sich über den StadtSporttBund Köln (SSBK) in den Prozess ein. "Wir haben unter anderem neue Bewegungs- und Sportmodule, beispielsweise zur Spiel- und Pausengestaltung entwickelt. Zugleich wurde die Verbindung zwischen Schule und den Sportvereinen gestärkt", erläuterte der Geschäftsführer des SSBK, Rolf Kilzer. Insbesondere durch die Qualifizierung zum "Gruppenhelfer" entwickelten die Schülerinnen und Schüler selbst ein Gefühl für Verantwortung. Sowohl bei den Ausbildungen für das Kita-Personal als auch für die Mitarbeiter der Hauptschulen war die Kölner Sportjugend beteiligt, wie die Initiatoren weiter ausführten.
Erweiterung um Grund- und Realschulen
Nach den ersten zwei Jahren und der Sicherstellung der weiteren Finanzierung der Netzwerk steht nun eine Erweiterung an. Schuldezernentin Klein denkt dabei vor allem an die Einbeziehung Kölner Grundschulen, zumal diese Schulform genau zwischen den Einrichtungen Kita und Hauptschule in der so genannten "Bildungskette" angesiedelt ist. Bei der heutigen Veranstaltung sei jedoch das Interesse vor allem vonseiten der Kölner Realschulen groß gewesen. Auch Vertreter von Gymnasien informierten sich auf dem heutigen Kongress über die Arbeit des Bündnisses. Doch trotz der Finanzierungszusage für das grundsätzliche Weiterbestehen machten die verantwortlichen eine Einschränkung. So ist derzeit lediglich die Arbeit an den Projektschulen über das Jahr 2011 hinaus gesichert. Bei den Kindertagesstätten sei man noch auf der Suche nach neuen Unterstützern. Jugenddezernentin Klein zeigte sich jedoch zuversichtlich, auch hier Drittmittel akquirieren zu können. "Die Plattform ist schon jetzt interessant für Zuwendungsgeber", erklärte Klein abschließend.
Weitere Informationen zum auslaufenden Bundesprojekt und der Kölner Arbeit der Netzwerkpartner finden sie auch im Internet unter: www.bildung-koeln.de.

























