23. 05. 2012
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Schwerarbeit Kindererzieher: Ein Beruf mit vielen Herausforderungen
Im jahr 2009 gab es bundesweite Streiks der Erzieherinnen und Erzieher. Was die Angehörigen dieser Berufsgruppe forderten, war nicht alleine der übliche Verteilungskampf um Lohnsteigerungen sondern die Erhaltung der Gesundheit in den Kindergärten in kommunaler Trägerschaft. In Köln wurden wenige Monate später neue Stellen für hauswirtschaftliche Hilfen geschaffen, um die Erzieher zu entlasten. Zuvor lag der Krankenstand bei aberwitzigen 18 Prozent. Zum Vergleich: Im bundesweiten Durchschnitt liegt der Krankenstand eher bei vier bis fünf Prozent mit Schwankungen. Auch der Prüfkonzern TÜV Rheinland macht sich Gedanken über die Gesundheit der frühkindlichen Pädagogen, die eine wichtige Funktion in der Gesellschaft ausüben. Dabei sind Erzieherinnen und Erzieher erheblichen psychologischen, aber auch physischen Belastungen ausgesetzt.
Nach einer Umfrage des sozialpädagogischen Institut der Universität Köln gehen drei Viertel der Befragten davon aus, dass sie das Rentenalter in diesem Beruf nicht erreichen werden. "Manche Kindertagesstätten sind personell unterbesetzt, der Lärmpegel ist zu hoch und die Möbel sind nicht auf das Personal zugeschnitten", weiß Dr. Ulrike Roth, Gesundheitsexpertin bei TÜV Rheinland. Die Folgen sind weitreichend und vielfältig. Rückenbeschwerden oder der klassische "burnout" sind nur zwei der Krankheitsbilder, die bei diesem Berufsstand besonders häufig auftreten. Hinzu kommt, dass noch immer viele Kindertagesstätten in einer Gebäudehülle ihren Sitz haben, die nicht gerade schalloptimiert sind. Schallschluckende Gegenstände wie Teppiche oder Vorhänge sind aus Brandschutzgründen nicht erlaubt. Dabei sind gerade Rückzugsräume mit wenig Lärm wichtig für die zwischenzeitliche Entspannung, so die TÜV-Gesundheitsexpertin weiter.
Die physiologischen Folgeschäden hingegen ergeben sich vor allem aus dem Fehlen geeigneter Sitzmöbel für das Personal. Rücken-, Schulter- oder Nackenschmerzen sind die Konsequenz einer ungesunden Körperhaltung während der Arbeit. Dabei gibt es schon heute Gesundheitsmöbel wie so genannte "Stufen-Stühle". Die TÜV-Expertin rät daher, sich aktiv für ein gesundes Arbeitsumfeld einzusetzen und dies den Vorgesetzten auch mitzuteilen. Der Kölner Prüfkonzern bietet sich dabei als unabhängiger Prüfer an. Ziel es dabei, nach einer umfassenden Analyse der Arbeitsumgebung geeignete Maßnahmen auszuarbeiten und diese auch umzusetzen. Wichtig ist dabei allerdings ein ganzheitlicher Ansatz. "Wenn nur einzelne Störfaktoren geändert werden, führt dies oft nicht zum erwünschten Erfolg", so Gesundheitsexpertin Roth abschließend.

























