23. 05. 2012
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Sozialpsychiatrisches Zentrum Innenstadt feiert runden Geburtstag
"Psychisch krank, aber mittendrinâ€, so lauten Motto und Zielrichtung des Netzwerks der Sozialpsychiatrischen Zentren (SPZ) in der Kölner Innenstadt. Vor 20 Jahren fanden die Stadt Köln, die Caritas, der Sozialdienst Katholischer Frauen SKM und der Sozialdienst Katholischer Männer SKM zusammen, um gemeinsam Hilfen für psychisch Erkrankte anbieten zu können. Insgesamt 17 Frauen und Männer arbeiten an vier Standorten in der Innenstadt und in den verschiedenen Bausteinen. Neben der ersten Anlaufstelle, der Kontakt- und Beratungsstelle bieten die Kooperationspartner auch betreutes Wohnen und eine Tagesstätte mit 18 Plätzen an. Die verschiedenen Angebote sollen dabei so weit wie möglich ein selbständiges Leben sicherstellen. Für viele Psychisch Erkrankte ist die eigene Wohnung so etwas wie die letzte "Insel der Sicherheit". Rund 600 Menschen suchten alleine in der Innenstadt im vergangenen Jahr Rat und Hilfe in den Kontakt- und Beratungsstellen. Neben der Caritas-Einrichtung im ehemaligen Paulus-Heim, Ort des ehemaligen Pfarrheims der benachbarten Kirchengemeinde St. Paul, bietet auch der SKM eine solche Kontaktstelle an. In den verschiedenen Einrichtungen werden darüber hinaus 157 Personen "betreut". Die Beratungsleistung erstreckt sich zudem auf die Vermittlung von Therapieplätzen sowie pflegerischen oder sozialrechtlichen Hilfen.
"Patchwork-Familie" nennt der Koordinator des SPZ Innenstadt und Leiter der Caritas-Bausteine, Robert Schlappal, die nun bereits seit zwei Jahrzehnten bestehende Zusammenarbeit der vier Träger. Neben der Durchführung der eigenen Programme gehört die Abstimmung der verschiedenen Programmpunkte der Beteiligten untereinander zu den Hauptaufgaben eines Koordinators. Und angesichts einer nicht geringer werdenden Zahl von Betroffenen lässt die Nachfrage nach Beratungsleistungen auch nicht nach. Allerdings sind auch die im SPZ zusammengeschlossenen Träger von den geplanten bzw. bereits umgesetzten Kürzungen betroffen. So wurde aufgrund der vorläufigen Haushaltsführung und der Entscheidung des Stadtvorstandes die so genannten "freiwilligen Leistungen" bereits um bis zu 12,5 Prozent pauschal gekürzt. Die verschiedenen Träger gehen damit zwar unterschiedlich. Während beispielsweise der SKM sein Angebot der Beratungs- und Kontaktstelle noch nicht angefasst hat, musste die gleiche Einrichtung im Caritas-Haus bereits um zwei Stunden pro Woche eingeschränkt werden. "Heute können wir nur noch nach Terminabsprache beraten. Das kann im Einzelfall bis zu zwei Wochen dauern", beschrieb Schlappal die Konsequenzen. Viel schwerwiegender aber sei die Unsicherheit. "Die Kürzungen sind für uns derzeit nicht greifbar. Damit haben wir keine Planungssicherheit", umschrieb der SPZ-Koordinator die derzeitige Situation.
Ungeachtet dieser Unwägbarkeiten gibt es aber auch wichtige Ziele, die im Netzwerk der Sozialpsychiatrischen Einrichtungen auf der Tagesordnung stehen. Ein Hauptanliegen derzeit ist die Etablierung eines so genannten Nutzerbeirates. Angelehnt an ähnliche Modelle im Heimwesen sollen Vertreter der "Kunden" der vier Einrichtungen nicht nur mitberaten, sie sollen auch an wichtigen Entscheidungen beteiligt werden und damit ein Stück Mitbestimmung üben. Ein zweites Ziel hat sich Schlappal für seine eigene Einrichtungen auf die Fahnen geschrieben. "Wir wollen den Sozialraumbezug stärken und mehr als bisher mit Verein, Kulturträgern und Initiativen im direkten Umfeld zusammenarbeiten", so der SPZ-Koordinator weiter. Neben dem zentralen Baustein einer ersten Anlaufstelle ist es aber auch wichtig, die Zielgruppe möglichst ohne staatstragenden Duktus vor Ort aufzusuchen. "Niedrigschwellige Eingliederungshilfe" nennt sich der Baustein, den das SPZ mit zwei Mitarbeitern im Auftrag der Stadt ausführt. Auch hier drohen spürbare Einschnitte durch die pauschalen Kürzungen. Gerade diese Hilfe aber ist enorm wichtig, da nicht jeder psychisch Erkrankte aus freien Stücken in eine Einrichtung geht und um Hilfe ersucht. Häufig genug wurde diesen Menschen Strom oder Heizung abgestellt, nicht selten gibt es Anzeichen von Verwahrlosung. "Mit diesem Angebot führen wir diese Personen wieder an das Hilfesystem heran und stabilisieren sie damit", beschreibt Schlappal das Ziel des SPZ.

























