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23. 05. 2012
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Stadt Köln weitet Trainingsprogramm für Ältere aus


15.04.2011 12:41 von:

Schlagwörter: Köln,Gesundheit,Gesundheitsamt,Angebot,Sporthochschule,2011,April,Träger,Kranken

Krafttraining für Senioren? Was sich im ersten Moment wie ein Widerspruch anhört, macht aus Sicht von Gesundheitsämtern und Bewegungstherapeuten absolut Sinn. Bereits vor mehr als fünf Jahren startete die Deutsche Sporthochschule, genauer das Institut für Bewegungs- und Sportgerontologie, ein Projekt namens "fit für 100". Damals noch für "Hochaltrige" geschnürt taten sich Hochschule und Stadt im Jahr 2010 zusammen und testeten das erweiterte Angebot "gesund & mobil – fit für 100" für Menschen ab einem Alter von 65 Jahren. Nun will in die Fläche gehen, gesichert sind inzwischen Kursangebote in zehn Stadtteilen. "Wir hatten ursprünglich vor, das Angebot auf drei Stadtteile auszuweiten, aber das Interesse war so groß", erklärte die Koordinatorin des Projekts im Gesundheitsamt, Erika Meißner. Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt, das zwischen November 2010 und März dieses Jahres über einen Zeitraum von fünf Monaten lief, sind fast schon überwältigend positiv. Dank eines gezielten Muskelaufbau-Trainings mit Aufwärm- und Abschlussprogramm soll der Muskelapparat der Älteren gestärkt werden. Die Methoden dazu bauen auf dem vor fünf Jahren gestarteten und inzwischen bundesweit durchgeführten DSHS-Programm auf, wie Ulrike Nieder von der DSHS ausführte.

Hilfe für den Alltag – gute Erfahrungen

Angesichts der demografischen Entwicklung und des Gebots ambulanter Hilfen im Alter wollen die Initiatoren nun gemeinsam in der Breite wirken. Meißner und Nieder erläuterten am heutigen Freitag den zweiteiligen Aufbau des Angebots. Neben dem gezielten Bewegungs- und Krafttrainings, das zwei Mal pro Woche stattfinden soll, gibt es auch Beratungsleistungen zu Themen wie Zahngesundheit, gesunder Ernährung oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das Konzept scheint gut anzukommen. "Wir wissen, dass sich die Teilnehmer einer Gruppe auch außerhalb der Trainingsräume verabreden, das geht relativ schnell", so Meißner aus der bisherigen Erfahrung. Im Kölner Gesundheitsamt sowie in einer von der Caritas bereit gestellten Immobilie fanden die ersten beiden Kurse mit insgesamt 28 Personen statt. Das Durchschnittsalter lag bei etwa Mitte 70, die älteste Person der beiden Gruppe war bereits 81 Jahre alt. Zielgruppe sind dabei die Menschen ab 65 Jahren Lebensalter, auch solche ohne körperliche Gebrechen. "Das Ganze ist bewusst niedrigschwellig angelegt, auch bei den Kosten", so Meißner weiter. Den Preis während der Pilotphase in Höhe von zwei Euro pro Stunde werden die Träger der Maßnahme aber sicher nicht halten können. Eine Zuwendung der städtischen Familie-Ernst-Wendt-Stiftung hatte das günstige Einstiegsangebot ermöglicht. Die Preise sollen aber nicht allzu teuer werden, immerhin hatten vier Krankenkassen zugesagt, das Projekt zukünftig finanziell zu unterstützen.

Arbeit mit Musik und Gewichtsmanschetten

Dass ein solches Training zwei Mal pro Woche stattfinden sollte, begründete Nieder mit dem Trainingseffekt "Einmal pro Woche reicht, um den Status zu halten. Erst beim zweiten Mal lässt sich ein Muskelaufbau feststellen", so die Projektverantwortliche innerhalb der Sporthochschule. Die einstündigen Trainingseinheiten starten mit einer "koordinativen Aufwärmphase", denen insgesamt zehn Übungen folgen, in denen die älteren Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Hanteln und Gewichtsmanschetten langsam, aber kontinuierlich den Widerstand erhöhen. Um möglichst individuell auf die Senioren eingehen zu können, sind die Kurse auf maximal 15 begrenzt. Die Übungsleiter selbst werden von der Sporthochschule zertifiziert. Die Stadt wird sich zukünftig auf die Sprechstundenangebote im Gesundheitsamt und die Koordinierung und Evaluierung der dezentralen Angebot kümmern. Sie sollen nun durch verschiedene Träger in den Stadtteilen umgesetzt werden. Die Initiatoren sehen dort aber noch nicht das Ende. "Wir wollen dieses Angebot wohnortnah anbieten", so Meißner.

Liste der Träger und Ansprechpartner in den Vororten:

Buchheim: Buchheimer Selbsthilfe e.V., Michaela Bassiner, Tel.: 0221 / 620 90 87

Ehrenfeld: Bürgerzentrum Ehrenfeld e.V., Dagmar Hermes-Sponheimer, Tel.: 0221 / 542 111

Lindenthal: Zentrum für Sport und Medizin am Evangelischen Krankenhaus Weyertal, Jörg Gommersbach-Löffler, Tel.: 0221 / 479-2299

Lindweiler: Lindweiler Treff, Karin Heinen (Tel.: 0221 / 70 43 27) und Ulrike Kraus (Tel: 0221 / 590 57 25

Mülheim: Interkulturelles Forum für Senioren, Songül Kaya-Karadag, Tel.: 0221 / 285 50 67

Niehl: SeniorenNetzwerk Niehl, Therese Mansfeld, Tel.: 0221 / 971 14 61

Porz: Tanzclub Rot-Weiß, Kathrin Köhl, Tel.: 0221 / 9438 14 – 36

Südstadt: Bürgerhaus Stollwerck, Ulrike Mertens-Steck, Tel.: 0221 / 991108 – 14

Sülz: Kölner Seniorengemeinschaft, Dana Polacek, Tel.: 0221 / 550 47 50

Zollstock: Seniorenhaus Rosenpark, Marita Scheres, Tel.: 0221 / 379 68 03

Deutz: Bürgerhaus Deutz, Veronika Stellberg, Tel.: 0221 / 221 – 91459

Vogelsang: Dana Polacek, Tel.: 0221 / 550 47 50







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