23. 05. 2012
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Stadt stellt großen Handlungsbedarf bei Gesundheitsvorsorge fest
Die Kölner Stadtverwaltung hat am heutigen Mittwoch die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen aus den Jahren 2004 bis 2007 bekannt gegeben. Dabei stellten Gesundheitsdezernentin Marlis Bredehorst und der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Jan Leidel, einen weiterhin hohen Handlungsbedarf fest. So zeigten rund 40 Prozent aller untersuchten Kinder Auffälligkeiten, wie zum Beispiel Übergewicht oder Fehlentwicklungen beim Spracherwerb oder beim sozialen Verhalten, wie Autorin Elisabeth Ostermann erläuterte. Gerade der letzte Ansatzpunkt hänge ziemlich eng mit dem sozialen Umfeld des Kindes einher. Sie zeigen auch ein höheres Risiko einer Erkrankung. Einen ähnlichen Trend haben die Forscher bei Kindern aus Familien mit Zuwanderungshintergrund fest.
Einen gegenläufigen Trend beobachten die Gesundheitsexperten bei der so genannten Impfquote. Vor allem unter Familien mit akademischen Hintergrund herrscht vielerorts Impfskepsis, wie Leidel diesen Trend erläuterte. Die Impfquote ist hingegen bei Familien mit türkischem Hintergrund am höchsten. Die Ursachen für die bereits erwähnten Fehlentwicklungen, gerade beim Spracherwerb, liegen zumeist im familiären Umfeld begründet. Kinder erhalten dort einfach zu wenig Sprache ab, wie die Autoren meinen. Dagegen würde der Nachwuchs unverhältnismäßig länger vor dem Fernseher oder dem PC-Bildschirm sitzen und sei häufig entweder über- oder unterfordert. Dabei habe sich auch das durchschnittliche Krankheitsbild verändert. Kinder erkranken aufgrund des Übergewichts häufiger als früher an Altersdiabetes, auch nehme die Zahl der psychischen Erkrankungen zu. Hoffnungen mache dagegen der Ausbau der Kleinkinderbetreuung von so genannten "Unter Dreijährigen". Hier könne es dem Fachpersonal gelingen, zumindest die gröbsten Fehlentwicklungen wieder aufzufangen. Unbehandelt können die früh erlangten Störungen das gesamte Leben des Kindes prägen. Und die Fachleute sprechen schließlich von einem wahren Teufelskreis, wenn diese Menschen dann bereits im Jugendlichenalter selbst Eltern werden.

























