23. 05. 2012
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Studie: Keine Trendwende beim Binge Trinken
Die Kölner Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat am heutigen Freitag eine neue Studie zum Alkoholkonsum unter Jugendlichen veröffentlicht. Zwar ist der regelmäßige Alkoholkonsum in absoluten Zahlen rückläufig. Allerdings ist das "binge Trinken", eine Art Rauschtrinken mit hochprozentigen Alkoholika, weiterhin weit verbreitet. Zwar gibt es auch hier leicht rückläufige Zahlen. Aber von einer Trendwende wollten die Verantwortlichen bei der heutigen Vorstellung nicht reden. In der Studie "Alkoholkonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland 2010" wurden 7000 Personen im Alter zwischen zwölf und 25 Jahren zu ihren Trinkgewohnheiten befragt. Vor allem in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen griffen im Jahr 2010 deutlich weniger Jugendliche regelmäßig zu alkoholischen Getränken. Während 2004 noch etwa jeder Fünfte (21 Prozent) dieser Altersgruppe angab, mindestens einmal in der Woche Alkohol zu trinken, lag dieser Anteil im vergangenen Jahr bei rund 13 Prozent. Auch die Zahl derer, die das so genannte Binge Trinken, also den Konsum von mindestens fünf alkoholischen Getränken bei einer Gelegenheit, praktizieren, ist über alle Altersgruppen hinweg leicht gesunken. Doch noch immer geben 16,7 Prozent der minderjährigen Jugendlichen an, im letzten Monat diese exzessive Form des Betrinkens betrieben zu haben. Im Jahr 2004 waren es noch 22,6 Prozent. Vor allem bei Jungen und jungen Männern ist dieses riskante Trinkverhalten weiterhin verbreitet. So praktizierte im vergangenen Jahr jeder Fünfte 12- bis 17-Jährige mindestens einmal im Monat Binge Trinken, bei den 18- bis 25-Jährigen war es sogar jeder Zweite.
"Die aktuellen Konsumzahlen zeigen, dass der Ansatz der Bundesregierung, in der Drogen- und Suchtpolitik einen Schwerpunkt auf die Alkoholprävention im Jugendalter zu legen, richtig ist. Der hohe Alkoholkonsum bei einem Teil der jungen Menschen ist ein gesellschaftliches Problem, dem mit Aufklärung, Information und gezielten Präventionsmaßnahmen begegnet werden muss", erklärte Mechthild Dyckmans, Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Zwar ist die Zahl der Krankenhauseinweisungen in der Gruppe der Zehn- bis 15-Jährigen um vier Prozent gesunken. Prävention bleibt aber nach wie vor wichtig, so Dyckmans weiter. "Alkohol ist nach wie vor das Suchtmittel Nummer eins bei jungen Menschen. Sie trinken insgesamt immer noch deutlich zu viel. Für viele Jugendliche gehört Alkohol zum Feiern und Spaß haben dazu, über die gerade für junge Menschen schweren gesundheitlichen Folgen sind sie sich dabei oft nicht im Klaren", betonte Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
Soziale Faktoren
Nach Ansicht der Studienautoren liegen die Gründe für übermäßiges Betrinken und gesteigerten Alkoholkonsum vor allem an sozialen Faktoren. In der Studie wurden erstmals Fragen nach der Motivation gestellt. Spaß und der Abbau von Hemmungen sind dabei die wesentlichen Beweggründe, die Jugendliche zur Flasche greifen lassen. Als Konsequenz halten die Verantwortlichen an ihrer Präventionsstrategie fest. "Die Studienergebnisse zeigen eindeutig die Notwendigkeit umfassender Präventionsarbeit", bestätigte auch Dr. Volker Leienbach, Direktor des Verbandes der privaten Krankenversicherung e.V.. Die seit 2009 laufende Kampagne "Alkohol? Kenn dein Limit!" wendet sich vor allem über neue Medien an die Zielgruppe. Die dort enthaltenen Botschaften sind inzwischen bei 90 Prozent der Jugendlichen angekommen, erklärten die Verantwortlichen. Der Verband privater Krankenkassen PKV unterstützt die Kampagne mit finanziellen Mitteln.
Die Studie "Alkoholkonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland 2010" steht unter: www.bzga.de.
Die Botschaften der Jugendschutzkampagne lesen sie auch auf der Kampagnen-Seite unter: www.kenn-dein-limit.info sowie unter: www.bist-du-staerker-als-alkohol.de.

























