23. 05. 2012
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Studie: Nur ein Siebtel der Deutschen lebt komplett gesund
Die in Köln ansässige Deutsche Sporthochschule (DSHS) und die zum Ergo-Konzern gehörende Deutsche Krankenversicherung AG (DKV) haben am gestrigen Dienstag den DKV-Report "Wie gesund lebt Deutschland?" vorgestellt. Demnach leben nur rund 14 Prozent der Deutschen wirklich gesund, so die zentrale Erkenntnis der Analyse. Durchgeführt wurde die Studie unter rund 2500 repräsentativ ausgesuchten Probanden von der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Gefragt wurden unter anderem verschiedene Alltagsgewohnheiten, wie zum Beispiel Konsum von Alkohol oder Nikotin, körperliche Aktivitäten sowie das persönliche Stressempfinden. Der Schwerpunkt der Datenerhebung lag dabei auf dem Aspekt der Bewegung, wie die Verantwortlichen betonten.
Nur rund ein Siebtel der Befragten erreichten die gesetzten Benchmarks in allen Bereichen – nur 14 Prozent der erwachsenen Deutschen leben also rundum gesund. Das heißt auch, dass die überwiegende Mehrheit der deutschen Bevölkerung nicht oder nur teilweise gesund lebt. Konkret: Über 40 Prozent erreichen nicht einmal die Mindestempfehlung an Bewegung, über 50 Prozent ernähren sich nicht ausgewogen. Mehr als ein Viertel rauchen, über 18 Prozent trinken in ungesundem Maße Alkohol und mehr als Hälfte der Befragten empfinden ungesunden Stress. Eine Fülle vor allem chronischer Krankheiten haben ihre Ursache zu großen Teilen in zuwenig Bewegung, ungesunder Ernährung und Übergewicht, das gilt besonders für Diabetes mellitus Typ II, Herz-Kreislauf-Krankheiten und Skelettbeschwerden, wissen die Gesundheitsexperten. Nun sei eine nationale Gesundheitsstrategie gefordert, hob DKV-Vorstandschef Günter Dibbern hervor. Allerdings dürfe der Aspekt der Prävention nicht außer Acht gelassen werden. "Es geht nicht um Verbote, es geht um Anreize", betonte Prof. Ingo Froboese, der die Studie wissenschaftlich geleitet hat. Das allerdings könne bereits bei der Stadt- und Raumplanung anfangen, so der Sportwissenschaftler.
Junge Erwachsene machen Sorgen
Auffällig ist nach Ansicht der Studienautoren die große Zunahme des Gesundheitsbewusstseins mit dem Alter, was besonders bei der Ernährung und beim Rauch- und Stressverhalten zu Buche schlägt. Unter den über 65-Jährigen lebt jeder Fünfte rundum gesund. Die Kehrseite der Medaille ist ein relativ ungesundes Verhalten bei den jungen Erwachsenen, die besonders bei der Ernährung und beim Konsum von Nikotin und Alkohol schlecht abschneiden. Bei den unter 30-Jährigen leben dementsprechend nur sieben Prozent rundum gesund. "Wir müssen bei der Gesundheitsförderung stärker auf die Jugendlichen und jungen Erwachsenen blicken. Ich halte es daher für unzumutbar, dass der Sportunterricht an den Schulen, gerade an den Berufsschulen, so vernachlässigt wird", erklärte Froböse. Im regionalen Vergleich leben die Einwohner von Mecklenburg-Vorpommern. Fast jeder Fünfte lebt hier gesund, wie die Studie herausfand. Schlusslichter sind die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Saarland, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Hier leben weniger als zehn Prozent der Einwohner komplett gesund, hieß es dazu abschließend.

























