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23. 05. 2012
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Zahl dementer Menschen wird weiter steigen


14.10.2009 16:03 von:

Schlagwörter: Köln,KDA,Altershilfe,Kuratorium,Düsseldorf,Fachkongress,Demenz,Erkrankung,Vorsor

  Auch wenn Nordrhein-Westfalen in Sachen Beratung und Begleitung eine Vorreiterrolle einnimmt, die zunehmende Zahl von Menschen mit altersbedingten Demenzerkrankungen bereitet den Experten große Sorge. Die Krankheit, die vor allem bei älteren Menschen auftritt, gilt nach wie vor als nicht heilbar. Moderne Therapiemethoden können lediglich die Symptome in den Griff bekommen. So gilt grundsätzlich die Regel, dass betroffene Menschen sich geistig und körperlich bewegen müssen. Das heilt zwar die Krankheit nicht, verlangsamt aber nachweislich den Krankheitsverlauf. Momentan schätzen Experten die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen auf 1,1 Millionen. Bis 2050, so die Rechnung der Fachleute, wird sich diese Zahl wegen der absehbaren demografischen Entwicklung voraussichtlich verdoppeln, wie das Kuratorium Deutsche Altenhilfe am heutigen Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf verkündete.

"Prävention gegen Demenz kommt nach wie vor zu kurz!", so lautet eine der Thesen des KDA, das seit Jahren auf die wachsende Gefahr der Überalterung und der damit verbundenen Zunahme von altersbedingten Erkrankungen warnt. So wies beispielsweise Prof. Dr. Ralf Ihl, Chefarzt der Klinik für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie am Krankenhaus Maria Hilf in Krefeld, auf Möglichkeiten hin, die bereits im Vorfeld einer möglichen Erkrankungen getroffen werden können. Allerdings seien diese Methoden noch nicht genügend bekannt gemacht worden, kritisierte der Mediziner. Demenz gehört noch immer zu den Krankheiten, die in dieser Gesellschaft tabuisiert werden. Dabei könnte eine frühzeitige Diagnose und eine frühzeitige Therapieaufnahme teure Folgekosten zumindest deutlich hinauszögern. "Je früher die Diagnose bekannt ist, desto besser kann auch geholfen und dadurch gleichzeitig etwa drei Jahre gewonnen werden", prognostizierte Ihl.

Mögliche Ursachen für Demenz sind unter anderem auch Mangelernährung durch das Fehlen von Vitaminreicher Nahrung oder auch nicht behandelte Depressionen, erklärte der Mediziner unter Verweis auf jüngste Forschungsergebnisse. Das jüngst zur Zulassung gebrachte Medikament "Souvenaid", das im kommenden Jahr auf den Markt kommen soll, könne zwar keine Wunder bewirken, aber zumindest einen anderen Weg der Behandlung aufzeigen, äußerte sich Ihl verhalten optimistisch. Erkrankte benötigen in jedem Fall konkrete Hilfen, das gilt auch für die pflegenden Angehörigen, die noch immer die Hauptlast der Versorgung von demenzkranken Seniorinnen und Senioren tragen. Ihl und seine Mitstreiter fordern unter anderem weitere Investitionen in die so genannte Grundlagenforschung. Auch bei der Aufklärung von Angehörigen könne noch einiges getan werden.

Lob erhielt dabei die Arbeit der Landesinitiative Demenz-Service Nordrhein-Westfalen. "Gemeinsam haben Landesregierung und Landesverbände der Pflegekassen vor fünf Jahren mit sogenannten Demenz-Servicezentren ein bundesweit einmaliges Informations- und Unterstützungsnetzwerk für Fachleute genauso wie für Betroffene und deren Angehörige geschaffen", erklärte Ministerialrat Roland Borosch vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW. Derzeit gibt es flächendeckend elf Demenz-Servicezentren in NRW. Zu Beginn des Jahres 2010 werden zwei neue in den Regionen "Bergisches Land" und "Duisburg-Essen" hinzukommen. In Nordrhein-Westfalen wird die Zahl der Demenzkranken auf rund 300.000 geschätzt.

Die Pressekonferenz fand im Vorfeld des am morgigen Donnerstag stattfindenden eintägigen Fachkongresses REHACARE im Düsseldorfer Messezentrum statt.







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