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23. 05. 2012
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Zahl der HIV-Infizierten steigt auf neuen Höchststand


27.11.2011 18:51 von:

Schlagwörter: Köln,Bonn,AIDS,Immunschwächekrankheit,Medikamente,Neuerkrankungen,RKI,Gedenktag

Das in Berlin ansässige Robert-Koch-Institut (RKI) beziffert die Zahl der HIV-Infizierten in Deutschland derzeit auf rund 73.000. Wie die in Bonn ansässige AIDS-Stiftung am vergangenen Donnerstag bekannt gab, ist die Zahl der Neuinfektionen aber im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Allerdings reichen die 2700 Neuerkrankungen weiterhin aus, die Zahl der HIV-Infizierten insgesamt auf einen neuen Höchststand zu heben. Dabei bemängeln die Verantwortlichen vor allem die zunehmen mediale Gleichhgültigkeit. AIDS verschwindet zunehmen aus der öffentlichen Wahrnehmung. Der 1. Dezember soll als Tag der Solidarität mit den HIV-Infizierten genau diese öffentliche Aufmerksamkeit wieder zurückholen, hieß es dazu weiter.

Zwar schreitet die Entwicklung von neuen Behandlungsmethoden weiter voran. Doch bleibt die Immunschwächeerkrankung unverändert mit einer gesellschaftlichen Ächtung verbunden, wie die Aktivisten kritisierten. Auch die Neben- und Begleiterscheinungen des täglichen Medikamenten-Cocktails sind nicht ohne und schränken auch die persönliche Lebensqualität ein. Weil diese Medikamente aber auch enorm teuer sind, geraten die Betroffenen häufig genug in finanzielle Problemsituationen. Die Deutsche AIDS-Stiftung musste sich auch in den vergangenen Monaten wieder mit vielen Hilfegesuchen beschäftigen, wie die Verantwortlichen ausführten.

Die jüngst angelaufene Plakatkampagne ist nicht umsonst und mit Bedacht gewählt. Sie soll auf die weiterhin bestehenden Vorbehalte gegenüber den Erkrankten am Arbeitsplatz und im Leben sensibilisieren und so für mehr Verständnis und Akzeptanz sorgen. HIV-Infizierte zieren die Plakate und geben der Krankheit viele Gesichter. Sie sollen aber auch zeigen: Es kann jeden treffen, der ungeschützten Sex hat. Eines dieser Gesichter gehört dem Pressekonferenzteilnehmer Ernst, der fast an einer Gehirnentzündung gestorben wäre und dem der HIV-Test und die dann begonnene Therapie das Leben rettete. Im laufenden Jahr hat die Stiftung bereits rund 660.000 Euro für individuelle Hilfen und Projekte in Deutschland bewilligt. Allein in Nordrhein-Westfalen haben rund 400 Betroffene in diesem Jahr Hilfen erhalten, insgesamt wurden rund 105.000 Euro für diesen Bereich bewilligt. Etwa 30 Projekte, darunter eine Kunsttherapiegruppe, Kochkurse sowie eine Genesungsreise wurden mit insgesamt rund 86.000 Euro gefördert, berichtete die Stiftung weiter.

Ein weiteres Projekt, dass Hilfe von der Stiftung erhielt, ist die Loftkantine der AIDS-Hilfe Düsseldorf, die Betroffenen gesunde und preiswerte Mahlzeiten in Gesellschaft bietet. Den Anfang machte ein regelmäßiger Mittagstisch, der zunächst ein Mal, bei guter Nachfrage mehrmals pro Woche stattfinden soll. Eine hauptamtliche Crew arbeitet mit einem ehrenamtlichen Team zusammen, in dem Menschen mit HIV und AIDS willkommen sind. In der Loftkantine können sich die Gäste austauschen und Beratungsangebote der AIDS-Hilfe nutzen. Menschen, die nicht mehr oder vorübergehend nicht alleine leben können, sind im betreuten Wohnhaus in der Neusser Straße in Köln gut aufgehoben. Die Immobilie gehört inzwischen der Stiftung, betrieben wird das Projekt von der AIDS-Hilfe Köln. Im März dieses Jahres wurde das Haus offiziell übergeben, so die AIDS-Stiftung abschließend.







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