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23. 05. 2012
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29 Rucksackmütter aus sechs Kindertagesstätten haben ein Diplom


29.06.2010 18:54 von:

Schlagwörter: Köln,Diplom,Rucksackmütter,2010,Diplomübergabe,Jugenddezernentin,RAA,SKM,türkisc

"Rucksackmütter", so lautet ein seit dem Jahr 2005 bestehendes Projekt, bei dem junge Frauen als eine Art Vermittler – besser "Dolmetscher" – zwischen den deutschen Bildungsbetrieben Grundschule und Kindertagesstätte auf der einen und den Eltern der Schutzbefohlenen auf der anderen Seite fungieren. Zehn Monate dauert die Unterweisung, bis die engagierten Mütter sich ihrer neuen Aufgabe widmen können. Jugenddezernentin Dr. Agnes Klein bezeichnete das Projekt, dass ab 2005 zunächst für Grundschulkinder eingeführt wurde und im Jahr 2008 auf den Kindergartenbereich ausgedehnt wurde, als "Erfolgsgeschichte". Schließlich geht es bei der Förderung der Sprachkompetenz auch ein Stück weit um die Zukunft des Landes. Sechs Elternbegleiter, koordiniert von Mitarbeiterinnen der Projektpartner, hatten in den vergangenen Monaten die 29 Teilnehmerinnen des Kurses in pädagogischen Dingen beraten und dabei Tipps und Hilfestellungen gegeben. Das gemeinsame Ziel, und daran ließen alle Beteiligten keinerlei Zweifel – ist das Kindeswohl, die möglichst individuelle Förderung der Sprachkompetenz. "Wer seine Muttersprache nicht beherrscht, hat auch Schwierigkeiten weiteren Sprachen zu erlernen. Es ist ein ungeheurer Schatz, wenn man – im Gegensatz zu uns – mit zwei oder gar drei Sprachen aufwächst", erläuterte Klein unter Bezugnahme auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zur Sprachentwicklung bei Kindern.

Knapp 30.000 Euro ließ sich die Stadt die zweite Runde der Rucksackmütter für den Kita-Bereich an Zuschüssen kosten. "Eine gute Investition", findet Anke Wagner von der Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (kurz RAA). Zusammen mit der Stadt Köln (Amt für Kinder, Jugend und Familie) und dem Projektträger SKM Sozialdienst Katholischer Männer werden die Eltern der Kleinkinder aber nicht nur in pädagogischen Dingen beraten. "Das Ganze geht weit über das Sprache lernen hinaus. Es ist ein gegenseitiges Lernen. Und es hilft, dass Integration gelebt und gefördert werden kann", weiß auch die verantwortliche Beigeordnete. Neben der Unterweisung – auch das ist Teil des Projektes – werden die Eltern der Kleinen auch mit dem deutschen Bildungssystem vertraut gemacht und erhalten so selbst ein Zugang zum Thema Bildung. "Elternbildung ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit", erläuterte auch die Fachbereichsleiterin beim SKM, Ulrike Pförtner-Eberle, bei ihrer Begrüßungsrede. Der Name entstand, weil die Mütter neben der Unterweisung und Anleitung auch einen "Rucksack" mit pädagogischen Materialien und Arbeitsutensilien ausgestattet werden.

Zwar ist auch das Projekt von den Kürzungsmaßnahmen der Stadt betroffen. Die erste Kürzungsrunde von 12,5 Prozent ist bereits vollzogen. Trotzdem zeigten sich die Verantwortlichen der Projektpartner zuversichtlich, auch in diesem Jahr wieder Mütter aus sechs Kindertagesstätten in Köln für das Ehrenamt gewinnen zu können. Im vorigen Jahr waren bei der ersten Diplomübergabe im Kölner Rathaus erst zwei Kindertagesstätten dabei. Die Chancen stehen gut, dass die Zahl der teilnehmenden Einrichtungen im kommenden Kindergartenjahr weiter ansteigt. Neben den sechs teilnehmenden Kitas, die bereits in diesem Jahr mitgemacht haben, wird auch ein Familienzentrum wieder dabei sein. Die notwendigen Gelder dafür werden aus dem Etat für Familienzentren bestritten. Außerdem sieht das Strukturförderprogramm "Mülheim 2020", das inzwischen mit seinem Beirat bereits mehrere Sitzungen abgehalten hat, die Einrichtung von sechs weiteren Gruppen im Stadtbezirk Mülheim vor. Auch multikultureller soll es werden. Waren es in den ersten beiden Runden fast ausschließlich Mütter mit türkischem Hintergrund, die sich als Rucksackmütter engagierten und engagieren, soll der Kreis zukünftig weiter geöffnet werden. Auch russisch ist als Fremdsprache sehr beliebt. Unlängst hatte die Stadt Broschüren mit Erläuterungen zum Schuleinstieg in 17 Sprachen plus deutsch vorgestellt. In Köln leben schließlich Menschen aus 180 Ländern.


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