23. 05. 2012
Seite drucken
Aktion Mensch sieht Handlungsbedarf bei Unternehmen und Arbeitnehmern
Schon seit Monaten zeigen sich die Verantwortlichen der Arbeitsagenturen positiv überrascht über die Robustheit des Arbeitsmarktes in Deutschland. Nachdem die damalige Bundesregierung in Anbetracht des historischen Nachfrageeinbruchs mit dem Instrument der Kurzarbeit sowie durch ein Hochfahren der Qualifizierungsprogramme den Arbeitsmarkt erfolgreich gestützt und damit die Grundlage für den nachfolgenden Aufschwung geschaffen hatte, fällt eine Gruppe in nahezu jeder amtlichen Statistik fast unter den Tisch, die der Menschen mit Behinderungen. "Der Aufschwung am Arbeitsmarkt geht an Menschen mit Behinderung vorbei", behauptet die Aktion Mensch und sie belegt es mit Zahlen.
Nach aktuellen Informationen der Bundesagentur für Arbeit waren im Juli 2011 179.568 Menschen mit einer Schwerbehinderung als arbeitssuchend gemeldet. Gegenüber Juli vergangenen Jahres stieg diese Zahl um 5376 oder 3,1 Prozent an. Auf der anderen Seite nahm die Zahl der Arbeitslosen bundesweit im gleichen Zeitraum um fast eine Viertel Million ab. Das entspricht einem Rückgang von 7,8 Prozent. Über die Gründe lässt sich nur spekulieren, die Verantwortlichen der Aktion Mensch haben jedoch einen Verdacht. "Unternehmen fürchten Kosten und Arbeitsausfälle. Sie wissen häufig noch zu wenig über Behinderung und barrierefreie Arbeitsplätze. Daher bezahlen mehr als 60 Prozent aller privaten Unternehmen Ausgleichsabgaben, um die vorgeschriebene Mindestquote von fünf Prozent nicht erfüllen zu müssen", so die Mutmaßung von Martin Georgi, Mitglied im Vorstand der Organisation Aktion Mensch.
Dabei geht es in vielen Fällen eigentlich nur darum, Berührungsängste abzubauen. Das Argument gilt für beide Seiten, wie die Verantwortlichen wissen. Im vergangenen Jahr unterstützte die Aktion Mensch insgesamt 63 Prozent mit einer Fördersumme von 14,6 Millionen Euro, um genau diese Barriere abzubauen. Für die Aktion Mensch ist das Thema Arbeit eines von fünf zentralen Handlungsfeldern auf dem Weg in eine inklusive Gesellschaft, hieß es dazu abschließend.
Weitere Informationen zur Förderorganisation, die im Jahr 1964 als Soziallotterie "Aktion Sorgenkind" gegründet und im Jahr 2000 in Aktion Mensch umbenannt wurde, finden sie auch im Internet unter: www.aktion-mensch.de.


























