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23. 05. 2012
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Autorenlesung in der VHS: Mein Weg zum Islam


17.02.2011 16:30 von:

Schlagwörter: Köln,VHS,Kulturzentrum,2011,März,Lesung,Islam,Lamya Kaddor,integrative Stadtgese

Im VHS-Forum im neuen Kulturzentrum am Neumarkt findet am 1. März dieses Jahres eine Veranstaltung der besonderen Art statt. Die Autorin Lamya Kaddor wird aus ihrem aktuellen Buch rezitieren. Die Lesung ist Teil der neu ins Leben gerufenen Veranstaltungsreihe rund um das "Konzept zur Stärkung der integrativen Stadtgesellschaft". Die Autorenlesung ist dabei nur eine von zahlreichen weiteren Veranstaltungen, mit denen die Kölner Volkshochschule zusammen mit dem interkulturellen Referat der Stadt Köln die Debatte bereichern will. Die städtische Weiterbildungseinrichtung nimmt dabei bewusst den Ball der bisweilen verbissen geführten öffentlichen Debatte auf. Unter dem Motto "Integration mitgestalten" werden dabei vielfältige Aktivitäten aufgegriffen und als Angebote vorgestellt. Erklärtes Ziel der Organisatoren ist es dabei, sich mit Themen wie Integration, Migration und den sich daraus ergebenden Chancen und Risiken differenziert auseinander zu setzen, wie das städtische Presseamt in seiner heutigen Ankündigung betonte.

Im Laufe des Frühjahrssemesters 2011 wird die VHS in Kooperation mit dem Interkulturellen Referat in vielfältigen Veranstaltungen das Kölner "Konzept zur Stärkung der integrativen Stadtgesellschaft" zur Diskussion stellen. Die derzeitige öffentlich geführte Diskussion ist eine der "Extremfälle". Streng konservative Muslime mit bisweilen noch strengerer Auslegung des Heiligen Koran auf der einen stehen undifferenzierte islamkritische Thesen auf der anderen Seite gegenüber. Für gemäßigte Töne und die vielfältigen Aspekte von Integration und Migration und der damit verbundenen sprachlichen und kulturellen Vielfalt einer Millionenmetropole wie Köln bleibt in den Massenmedien kaum Platz, bemerken die Initiatoren nicht ohne kritische Untertöne. Häufig werden dabei Fragen der Religion, der kulturellen Herkunft und der sozialen Fragen vermengt. Die Präsenz einer vom Verfassungsschutz des Landes als rechtsradikal eingestuften Formation in der Kölner Stadtpolitik tut ein Übriges zur Diskussion hinzu. Eine liberale weltoffene muslimische Perspektive mit ihrer Lebenswirklichkeit kommt in diesem Meinungsklima kaum vor. Mit der Veranstaltungsreihe, die am 1. März einen weiteren Aufschlag in der Domstadt unternimmt, soll die Thematik auf eine breitere Grundlage gestellt werden.

Eine der Protagonisten, die mit ihrem Schaffen für ebensolche Zwischentöne sorgt, ist die Buchautorin Lamya Kaddor. Sie gibt mit ihrem Buch "Muslimisch – weiblich – deutsch!" den liberalen aufgeklärten Muslimen in Deutschland eine Stimme. Das gilt vor allem für Frauen, die selbstbestimmt – mit oder ohne Schleier – leben wollen, ohne ihre Glauben an die Weltreligion preiszugeben. Sie erzählt, wie sie in Deutschland als Tochter frommer arabischer Einwanderer groß geworden ist. Welche Herausforderungen sie als "Ausländerin" in der Schule und später als junge gläubige Frau im Berufsleben zu bestehen hatte. Ihr Plädoyer für einen zeitgemäßen Islam wirbt für einen offeneren Blick auf Musliminnen und Muslime. Zugleich hält das Buch beiden Seiten Versäumnisse vor, die es aufzuarbeiten gilt. Die Autorin wurde im westfälischen Ahlen als Tochter syrischer Eltern geboren. Sie ist Islamwissenschaftlerin und Religionspädagogin.

Die Veranstaltung beginnt am 1. März 2011 um 19:30 Uhr im VHS-Forum im Kulturzentrum am Neumarkt. Die Karten kosten sechs Euro an der Abendkasse.

 





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