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23. 05. 2012
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Berichterstattung über Islam in Deutschland problematisch


25.01.2009 07:01 von:

Schlagwörter: Köln,Islam,Berichterstattung,Wolfgang Schäuble,Kritik,Islamkonferenz,Berlin,Inte

Die gelebte Wirklichkeit werde dabei viel zu häufig vernachlässigt.   Zwar bleibt der internationale Terrorismus, der sich des Islams bedient, auch  weiterhin eine ernsthafte Bedrohung. Doch die überwiegende Mehrheit der in Deutschland lebenden Menschen islamischen Glaubens sei friedlich und rechtschaffend, argumentierte der Innenminister weiter. Sein Ministerium wolle daher für eine verantwortungsvollere und differenziertere Berichterstattung werden, hieß es aus Berlin weiter. Auch namhafte Islamkenner in Deutschland kritisierten, dass im Zusammenhang mit dem Islam zuerst über Terrorismus und fast immer mit einem negativen Unterton berichtet wird.

Zu den Kritikern zählt auch der Islamwissenschaftler Andreas Görke von der Universität Kiel. "Die Berichte basieren häufig auf Unwissenheit und sind in der Sache so nicht zutreffend", stellt Görke fest. Als Resultat entstehe ein vielfach sehr einseitiges Bild des Islam bei der deutschen Bevölkerung. Es komme dabei aber auch darauf an, aus welchem Lager die jeweiligen Berichte kommen. "Bestimmte Stimmungen werden eben gerne von den Medien bedient", ergänzt der Kieler Wissenschaftler. Die häufig einseitige und wertende Berichterstattung werde zusätzlich dadurch erschwert, dass die islamische Religion andere Strukturen aufweise als zum Beispiel die christlichen Kirchen. Ein differenziertes Bild des Islam sei dadurch noch schwerer vermittelbar, räumten die Experten ein. "Das Problem liegt darin, dass Muslime durch ein negatives öffentliches Image unter Rechtfertigungsdruck geraten", schildert Görke und verweist auf die Diskussion rund um das Kopftuchverbot. Es gebe zwar mittlerweile auch einige positive Bemühungen in Form kleinerer Initiativen, die sich dieser Problematik annehmen würden. "Derartige Projekte werden in dem Medien allerdings großteils überhaupt nicht behandelt", kritisiert Görke.

Mit mehreren Initiativen habe man vonseiten der Bundesregierung bereits seit 2006 versucht, diesem Trend entgegen zu wirken. Doch bis auf vereinzelte Lokalmedien habe sich an der grundsätzlichen Ausrichtung der Berichterstattung über den Islam bislang wenig verändert. Eine eigens dafür eingerichtete Arbeitsgruppe auf der Islamkonferenz will sich nun verstärkt mit dieser speziellen Problematik auseinandersetzen. Ziel sei es dabei, einen dauerhaften Dialog zwischen Vertreter des deutschen Staates, der beteiligten Zivilorganisationen aber auch der Betroffenen selbst und ihrer Institutionen zu etablieren, so das abschließende Fazit der Islamkonferenz.







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