23. 05. 2012
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DGB und Ditib demonstrieren Schulterschluss
Doch die jüngsten Ereignisse haben dem heutigen Besuch beim Nachbarn
Ditib (Entfernung weniger als 500 Meter) eine zusätzliche Brisanz
verliehen, so der Vorsitzende des DGB-Regionsvorstandes Dr. Wolfgang
Uellenberg-van Dawen.
„Es ist für uns keine Frage, dass sie als Religionsgemeinschaft das
Recht auf ein angemessenes Gotteshaus haben soll. Eine kleine
rechtsextremistische Minderheit („pro Köln“) versuche die Menschen in
Aufregung und Ängste zu versetzen. Der Bau einer Moschee ist für uns
Ausdruck demokratischer Kultur“, so der DGB-Chef auf einer kurzfristig
einberufenen Pressekonferenz.
Giordano, vor dem er großen Respekt habe, liefere sei es auch ungewollt
und unbewusst „solchen Leuten Munition“, immerhin haben muslimische
Zuwanderer ihren Teil zum Reichtum dieser Stadt beigetragen, erklärte
Uellenberg-van Dawen weiter. Bekir Alboga, der Dialogbeauftragter der Ditib, dankte im Namen des
Gastgebers für die deutlichen Worte. „Ich werde jeden Tag bestätigt,
dass wir eine starke Demokratie haben. Die Gewerkschaft ist eine Säule
der Demokratie“, so Alboga weiter. Der Neubau des
Ditib-Gemeindezentrums wird einen wichtigen Impuls für das friedliche
Miteinander unterschiedlicher Religionsgemeinschaften bringen, führte
der Ditib-Mann und Giordano-Gesprächspartner der vergangenen Woche
weiter aus. „Ich hoffe, dass ich bald aus meinem Zimmer im DGB-Haus am
Hans-Böckler-Platz auf die beiden Türme ihrer neuen Moschee schauen
kann“, so der Gast abschließend.
Die Ditib plant am Standort Venloer Straße / Ecke Innere Kanalstraße
ein neues Zentrum mit Moschee zu errichten. Neben den eigentlichen
Gebetsräumen entstehen dort vor allem Büro- und Schulungsräume neu. Die
Investitionskosten für den Neubau samt Unterkellerung belaufen sich
(geschätzt) auf einen mittleren zweistelligen Millionen Euro-Betrag.
Zwar ist der Bauantrag noch nicht gestellt. Doch bereits in der
kommenden Woche (Dienstag, 29. Mai 2007 im Gymnasium Kreuzgasse) soll
eine öffentliche Anhörung zum Vorhaben in Köln-Ehrenfeld durchgeführt
werden.
Oberbürgermeister Fritz Schramma gehe das Thema offensiv an, so
die Einschätzung des DGB-Regionalchefs. Zudem lud die Gewerkschaft zu
einer zentralen Kundgebung „Fest der Demokratie“ am 16. Juni dieses
Jahres auf dem Ehrenfelder Neptunplatz ein. Ein zwischenzeitliches
Bürgerbehren wurde auf der letzten Ratssitzung am vergangenen Dienstag
(15. Mai 2007) wurde wegen Nicht-Erreichung des notwendigen Quorums als
nicht zulässig abgewiesen. „Pro Köln“ hatte an diesem Tag eine
Demonstration vor dem Historischen Rathaus abgehalten, die jedoch von
einer zahlenmäßig stärkeren Gegendemonstration begleitet wurde.


























