23. 05. 2012
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Ditib öffnet Info-Container
An der Ecke Innere Kanalstraße / Venloer Straße entsteht derzeit das neue Kulturzentrum der Ditib. Im Mittelpunkt steht dabei die neue repräsentative Moschee, die nach mehreren Überarbeitungen nun einen mehr als 30 Meter hohen Kuppelbau sowie zwei rund 55 Meter hohe Minarette umfassen wird. Neben der Moschee soll es auch Büro- und Schulungsflächen geben, schließlich hatte in dem inzwischen abgerissenen Gebäude der größte Verein aus dem türkischen Umfeld in Deutschland seine Deutschlandzentrale. Zur gestrigen Eröffnung kamen neben Vertretern der Ditib auch Bezirksbürgermeister Josef Wirges und der ehemalige Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma. Der hatte sich stets für den Bau der Moschee in Köln-Ehrenfeld eingesetzt und dabei auch der Meinung seiner eigenen Partei (CDU) widersprochen. Das haben ihm die Verantwortlichen der Ditib nicht vergessen und so gilt das ehemalige Stadtoberhaupt bis zum heutigen Tag als eine Art Ehrengast. So saß Schramma in seiner Eigenschaft als Privatmann auch bei der Grundsteinlegung des Bauvorhabens folgerichtig in der ersten Reihe zwischen hochrangigen Amts- und Würdenträgern. Auch am gestrigen Montag erhielt der CDU-Politiker den ihm zustehenden Platz als Ehrengast.
Mit dem Info-Container hingegen setzt die Ditib, die der türkischen Religionsbehörde nahe steht, ihre Öffnung und eine aktive Öffentlichkeitsarbeit fort. Bei einer öffentlichen Anhörung im Vorfeld der Bauarbeiten hatten sich nicht wenige Kritik zur Zurückhaltung der Verantwortlichen geäußert. Aber schon beim letztjährigen Ehrenfelder Straßenfest nutzten die Verantwortlichen die Chance, vielen Anwohnern die Angst vor dem Neubau zu nehmen. Das Angebot wurde damals von zahlreichen Besuchern des Stadtteilfestes angenommen. Inzwischen wird dort gebaut, derzeit befindet sich die Tiefgarage in der Umssetzung. Die Bauarbeiten sollen nach Angaben der Verantwortlichen rund zwei Jahre dauern. Derzeit befinde man sich im Zeitplan, wie die Vertreter des Vereins versicherten. In dem Infocontainer sollen an den Werktagen zu den üblichen Bürozeiten Fachleute der Organisation Rede und Antwort stehen.
Das Projekt einer neuen Moschee sorgt seit Jahren für teilweise hitzige Auseinandersetzungen. Vor allem die als rechtsradikal geltende Formation "pro Köln" versuchte in der Vergangenheit wiederholt, mit Protestkundgebungen auf die ihrer Meinung bestehende Parallelgesellschaft hinzuweisen und damit aus der Angst vor Überfremdung politisches Kapital zu schlagen. Deutlich differenzierter äußerten sich Vertreter der konservativen Christdemokraten. Sie hatten sich nicht generell gegen eine Moschee ausgesprochen, lehnte die nun genehmigte und im Bau befindliche Moschee aber mehrheitlich wegen der Größe und Architektur ab. Der Neubau soll eine Nutzfläche von insgesamt 16.500 Quadratmeter umfassen, die Moschee hat eine geplante Kapazität von 1200 Besuchern (so viel wie die alte Moschee auch). Über die Höhe der Baukosten machen die Verantwortlichen weiter keine Angaben, nach Schätzungen von Experten soll der Bau zwischen 20 und 25 Millionen Euro kosten. Die Ditib-Zentrale koordiniert von Köln aus knapp 900 Moscheevereine in ganz Deutschland. Die Finanzierung soll nach angaben der Verantwortlichen vor allem aus Spenden der Mitglieder gesichert werden.


























