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23. 05. 2012
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Ditib startet Feierwoche zum 60. Geburtstag des Grundgesetzes


19.05.2009 14:27 von:

Schlagwörter: Köln,Ditib,Veranstaltungsreihe,Grundgesetz,Diskussion,Jubiläum,Geburtstag

Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland wurde am 23. Mai 1949 vom damaligen Parlamentarischen Rat der drei westlichen Besatzungszonen nach monatelangen Verhandlungen mit Mehrheit beschlossen. Die Geburtsstunde der heutigen Bundesrepublik Deutschland jährt sich in dieser Woche zum 60. Mal. Grund genug für die türkisch-islamische Ditib, dem Jubiläum eine Veranstaltungsreihe zu widmen. Die Organisatoren starteten die Reihe am heutigen Montag in der provisorischen Moschee der Ditib auf dem Gelände der ehemaligen Kfz-Zulassungsstelle an der Herkulesstraße. Lediglich Bezirksbürgermeister Josef Wirges (SPD) musste kurzfristig absagen. An der ersten Podiumsdiskussion nahmen aber mit der Landtagsabgeordneten Andrea Asch (Grüne), dem FDP-Spitzenkandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters, Ralph Sterck, dem Dialogbeauftragten der Ditib, Bekir Alboga und Ditib-Vorstandsmitglied Ayten Kilicarslan sowie Dr. Ulrich Berding von der RTWH Aachen, Lehrstuhl für Planungstheorie und Stadtentwicklung.

Im Kern der Debatte stand die Frage der Religionsfreiheit (Artikel 4, Absatz 1 und 2 GG), aber auch die Würde des Menschen, die in Artikel 1 des Grundgesetzes niedergeschrieben steht. "Die Treue zum Grundgesetz ist der Grund unserer Freude. Weltweit ist es leider keine Selbstverständlichkeit", erklärte der Vorsitzende der Ditib, Sadi Arslan, bei seiner Begrüßungsrede. Für Kilicarslan bedeutet das Grundgesetz vor allem die Sicherheit der eigenen Rechtsposition. "Das Grundgesetz gibt uns das Gefühl, vollwertige Mitglieder dieser Gesellschaft sein zu dürfen", erklärte die Pädagogin im Vorstand der Ditib. Ralph Sterck erinnerte in seinem Redebeitrag an die grundgesetzlich garantierte Religionsfreiheit. "Sie wissen, wir haben auf beiden Seiten für den Bau der neuen Ditib-Moschee gekämpft. Ich finde das toll", so der liberale OB-Kandidat, der zugleich Mitglied im Moscheebeirat ist. Andrea Asch, als Grüne Mitglied im nordrhein-westfälischen Landtag, erinnerte an die Ergebnisse der jüngsten Gallup-Studie. Danach haben vor allem Menschen islamischen Glaubens eine stärkere Bindung an das Grundgesetz als die Mehrheit der Deutschen. "Das Grundgesetz ist eine gute Basis für ein friedliches Zusammenleben", so die Grünen-Politikerin. Kritik übte Asch allerdings an den Konservativen. So wurde erst kürzlich der hessische Kulturpreis aberkannt, weil der vorgeschlagene Preisträger Navid Kermani nach Meinung der Jury Gotteslästerung betrieben haben soll. "Das ist Zeichen von Intoleranz", kritisierte Asch das Verhalten der hessischen Staatskanzlei. Auch mit der nordrhein-westfälischen Landesregierung zeigte sich die Grünen-Politikerin nicht restlos zufrieden.

Auf die städtebaulichen und räumlichen Aspekte verwies der Wissenschaftler Dr. Ulrich Berding. Er hob hervor, dass erst vor wenigen Jahren die Bundesregierung vom so genannten "Blutrecht" Abstand nahm. "Die Kinder von Ausländern blieben Ausländer, auch wenn sie hier geboren und aufgewachsen sind", so Berding. "Wir haben noch immer ein problematisches Bild von Migration, dabei ist das längst der Normalfall", so sine Schlussfolgerung. Positiver war das Bild des Dialogbeauftragten der Ditib, Bekir Alboga. "Es ist großartig, Teil der Gesellschaft zu sein", erklärte Alboga abschließend.

Nach der Eröffnung der Veranstaltungsreihe geht es am heutigen Dienstag mit einem Referat aus der Reihe Junior-Hochschule. Ebenfalls ab 16 Uhr widmet sich am Mittwoch der Referent Jochen Leyhe, Lehrer im Fach Sozialwissenschaften am Kölner Albertus-Magnus-Gymnasium, der Menschenwürde zu. Am Donnerstag findet dann ein ganztägiger Workshop zum Thema Grundgesetz statt. Die Jubiläumswoche endet mit der Vorstellung des Projekts "ProDialog" am Freitag dieser Woche.







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