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23. 05. 2012
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Essener Integrationsforscher führen zehnte Befragung durch


29.03.2010 16:24 von:

Schlagwörter: NRW,Integration,Mehrthemenbefragung,Integrationsforschung,Türkei,Türkeistudien,K

"Die Verbundenheit der türkeistämmigen Migranten zu Deutschland wächst", so lautet das Fazit des Landesintegrationsministers Armin Laschet bei der heutigen Vorstellung der Ergebnisse der zehnten Mehrthemenbefragung des Essener Zentrums für Türkeistudien und Integrationsforschung. So äußerte die Mehrheit der befragten Migranten, dass sie sich in ihrer neuen Heimat heimisch fühlten und keine Rückkehr in ihre alte Heimat in Betracht ziehen. Für Laschet sind dies gute Nachrichten. "Wenn 60 Prozent der Türkeistämmigen in Deutschland bleiben wollen, dann führen Diskussionen darüber, zu wem diese Menschen gehören, an der Realität vorbei. Sie haben sich bereits entschieden; sie leben in Deutschland und sind Teil dieses Landes", erklärte der CDU-Minister mit Blick auf den Türkeibesuch der Bundeskanzlerin. Deutschland müsse ein Land sein, in dem jedem, unabhängig von der Herkunft der Eltern, der Aufstieg durch Bildung ermöglicht werden müsse. Voraussetzung seien gute Kenntnisse der deutschen Sprache. "Daran müssen wir gemeinsam arbeiten", forderte Laschet.

Die zunehmende Verbundenheit der türkischen Migranten zu Deutschland scheint dabei ein langfristiger Trend zu sein. So gaben rund ein Drittel der Befragten an, sie fühlten sich mit beiden Ländern gleichermaßen verbunden. Die Mehrheit der türkeistämmigen Zugewanderten weise inzwischen eine so genannte "Mischidentität" auf. Gemeint ist damit die Hinwendung zum Staat des Gastlandes bei gleichzeitiger Bewahrung der eigenen kulturellen Wurzeln. Eine solche Identität stehe auch der Integration in den Arbeitsmarkt oder einer entsprechenden Bildungsbeteiligung nicht im Wege, hieß es dazu weiter. Die Studie kommt unter anderem zu dem Schluss, dass die Identifikation mit Deutschland kein geeigneter Indikator zur Messung des Integrationserfolges ist, da auch erfolgreich verlaufende Prozesse der Sozialintegration nicht zwangsläufig in der Abwendung vom Herkunftsland und einer klar deutschen Identität münden. "Das macht die eindeutige Positionierung des entweder Türkisch- oder Deutsch-Seins schwierig und zeigt, dass die Hinwendung zu Deutschland nicht mit einer Abwendung von der Herkunftskultur verbunden sein muss", so die Schlussfolgerung des NRW-Integrationsministers.

Kultur als Brücke zwischen Deutschen und Türken

Eine besondere Rolle kommt der Kultur und deren Wirkung auf die Interessen, Gewohnheiten und Bedürfnisse auf die betroffenen Migranten zu. So zeigen Türkeistämmige in NRW ein starkes Interesse an kulturellen Veranstaltungen. Dabei überwiegt das Interesse an türkischen Kulturveranstaltungen gegenüber dem an deutschen Veranstaltungen dieser Art. Beide Arten von Veranstaltung stehen jedoch nach Auswertung der Umfrage nicht im direkten Widerspruch zueinander. Die Interessen der Zugewanderten überschneiden sich demnach stark. So gaben 95 Prozent der an türkischen Kulturveranstaltungen Interessierten an, dass sie sich auch für deutsche Kulturveranstaltungen begeistern können. "Dieses Ergebnis macht deutlich, dass sich in Nordrhein-Westfalen tatsächlich eine Verschmelzung und gegenseitige kulturelle Bereicherung ergeben kann", betonte Laschet. Nach dieser Umfrage hängt das Interesse an Kultur vor allem vom Bildungsstand ab. Auch zeigen Frauen mit türkischem Zuwanderungshintergrund ein größeres Interesse als Männer. "Das ist für uns die Chance, Kultur als Brücke zu nutzen. Gerade diejenigen, die Deutschland neu kennenlernen, können den Weg über die Kultur gehen", so der Minister abschließend.

Die Befragung des Zentrums für Türkeistudien und Integrationsforschung findet alljährlich seit 1999 statt. Insgesamt werden dabei 1000 Migranten befragt, die zuvor nach dem Zufallsprinzip ausgesucht wurden. Die Befragungen sollen einen Überblick über die Entwicklung der Integration von Deutschlands größter Migrantengruppe geben.

Die Detailergebnisse der Umfrage finden Sie als pdf-Download auf der Internetseite des Zentrums unter: www.zft-online.de.







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