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23. 05. 2012
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Gegen die Barrieren im Kopf


29.05.2009 16:41 von:

Schlagwörter: Köln,Handlungskonzept,Behinderte,Behindertenpolitik,2009,Vorlage,Auschuss,Stadtr

(js) Holger Nikelis, Olympiasieger, Weltmeister und Europameister im Rollstuhl-Tischtennis, kam zu spät zum Pressetermin am Freitag. Der für Behinderte vorgesehene Parkplatz vor dem Rathaus war besetzt – von einem Wagen, der nicht dazu berechtigt war. OB Fritz Schramma meinte sofort: "Da müssen wir künftig energischer kontrollieren." Alltag in Köln, einer Stadt, in der fast jeder Zehnte zu mindestens 50 Prozent in der ein oder anderen Art behindert ist. Vor zwei Jahren beschloss die Stadt durch die Unterzeichnung der "Erklärung von Barcelona", behindertenfreundliche, sprich barrierefrei werden. Gestern wurde ein unter Federführung der Behindertenbeauftragten Marita Reinecke und des Sozialdezernats mit der Stadt-Arbeitsgemeinschaft "AG Behindertenpolitik" erarbeitetes "Handlungskonzept zur Kölner Behindertenpolitik" vorgestellt.

Köln überwindet Barrieren

"Köln überwindet Barrieren – Eine Stadt für alle", heißt das Konzept und listet auf 128 Seiten rund 170 Punkte auf, die es in den nächsten drei Jahren abzuarbeiten gilt. Zwei Jahre lang hat die Verwaltung daran gearbeitet. Als ersten Erfolg sieht Sozialdezernentin Marlis Bredehorst, dass alle Dezernate daran mitgearbeitet haben: "Behindertenpolitik ist eben keine Aufgabe allein für mein Dezernat, sondern es betrifft alle." Das Papier wurde inzwischen den Ratsmitgliedern zugeleitet, Schramma hofft, dass der Rat es noch vor der Sommerpause absegnet. Zu den Schwerpunkten, die teilweise schon bearbeitet werden, gehört die Eingliederung von Menschen mit Lernschwierigkeiten. Hier werden städtische Mitarbeiter schon regelmäßig in "leichter Sprache" fortgebildet. Weiter wurde ein Faltblatt für Baufirmen verfass, das sie darauf hinweist, wie etwa Straßenbaustellen barrierefrei eingerichtet werden. "Davon profitieren dann auch Mütter mit Kinderwagen", stellte Reinecke fest. Schließlich ist ein Touristenführer für barrierefreie Hotels und Gaststätten geplant.

Zu den weiteren "Selbstverpflichtungen" gehören der entsprechende Ausbau von Museen und städtischen Theatern, Ausstattung von Grünanlagen und Kinderspielplätzen, Wohnungen, Schaffung von Arbeitsplätzen, Ausbau der sozialen Hilfen und Gesundheitsdienst oder Schulen auch für Menschen mit Seh- oder Hörbehinderungen. "An den Grundschulen haben wir schon die Plätze für integrativen Unterricht auf rund 1.000 verdoppelt", freute sich Bredehorst. Dies sei einer der wenigen Fälle, wo behindertenfreundliche Politik deutlich mehr Geld koste. "Bei Baumaßnahmen ist es nur eine Frage der rechtzeitigen Planung", so Reinecke. "Es ist leicht, einen Bürgersteig für Rollstuhlfahrer abzusenken. Schwerer ist es, die Barrieren im Kopf zu beseitigen", beschrieb Schramma den Stand der Dinge.







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