23. 05. 2012
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Integration ist etwas Positives / Köln hat Nachholbedarf
„Es hat sich vieles getan“, fasste Integrationsdezernentin Marlis
Bredehorst ihre Eindrücke der bisherigen Arbeit zusammen. Zusammen mit
der Kölner Integrationsbeauftragten Ina-Beate Fohlmeister gab
Bredehorst einen Überblick über die verschiedenen Themenfelder von
Integration in der Domstadt. Zum Zeitpunkt ihres Amtsantritts (Oktober
2003) und der damals vollzogenen Dezernatsneuordnung fiel auch die
Zuständigkeit des interkulturellen Referats in ihren Tätigkeitsbereich.
Fohlmeister nahm ihre Arbeit als „Integrationsbeauftragte“ wenige
Wochen später, im Dezember 2003, auf. „Damals wurden uns die Mittel für
das interkulturelle Referat um fast die Hälfte zusammengestrichen“,
beschrieb Bredehorst die Ausgangslage. Und angesichts des bis zum
Haushaltsjahr 2007 andauernden Haushaltssicherungskonzeptes hatte man
bei der interkulturellen Öffnung der eigenen Verwaltung kaum
Handlungsmöglichkeiten. Allerdings ist städtische Integrationspolitik
eine Querschnittsaufgabe, die nicht nur im interkulturellen Referat
erledigt werden muss.
Erste Stufe des Integrationskonzepts bis Ende 2008
In einer jüngst veröffentlichten Studie des Hamburgischen
WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) bescheinigten die Autoren der Domstadt
indes einen hinteren Mittelfeldplatz unter den sechs großen deutschen
Metropolen. Einer der wesentlichen Kritikpunkte dabei war das Fehlen
eines zusammenhängenden Integrationskonzeptes in Köln. Das wolle man
nun bis Ende dieses Jahres nachholen. Die Arbeit der verschiedenen
Arbeitsgruppen laufe bereits auf Hochtouren, bestätigten die beiden
Integrationsverantwortlichen. So soll bis Ende dieses Jahres zumindest
die Bestandsaufnahme und ein erster Empfehlungskatalog fertig gestellt
sein. Einige Bereiche wie zum Beispiel Wohnen sind dabei allerdings
zunächst ausgeklammert, wie Fohlmeister verriet.
In Köln schon vieles bewegt
Unabhängig von dem Integrationskonzept hat sich aber in Köln bereits
vieles bewegt. So wurde insbesondere durch den Runden Tisch für
Flüchtlingsfragen die drängendsten Problemen angegangen und damit aus
dem Fokus der Öffentlichkeit herausgeholt. Allerdings räumte Bredehorst
ein, dass dies auch an den rückläufigen Gesamtzahlen der Flüchtlinge
lag. Rund die Hälfte aller „Flüchtlinge“ sind derzeit bereits in
normalen Wohnungen untergebracht. Die zentralen Flüchtlingswohnheime
sollen zukünftig nach und nach weichen, der nächste Schritt steht für
das Flüchtlingswohnheim neben dem Bezirksrathaus in Köln-Nippes an.
Auch der Integrationsrat hat als regulärer Ausschuss nach der Reform
der Gemeindeordnung durchaus erfolgreich gearbeitet. Das
Nachfolgegremium des früheren Ausländerbeirats besteht seit 2004 zu
einem Drittel aus Ratsmitgliedern und zum überwiegenden Teil aus
gewählten Vertretern der verschiedenen Migrantenorganisationen. Die
Wahlbeteiligung – das verbuchen die Integrationsverantwortlichen als
Erfolg – sei zuletzt von zehn auf fast 20 Prozent nahezu verdoppelt
worden.
Allerdings räumten Bredehorst und Fohlmeister auch Versäumnisse ein. So
habe man bei den Einsparungen in den Jahren des
Haushaltssicherungskonzeptes den Kahlschlag zu weit getrieben, ließen
beide durchblicken. Mit den nun beschlossenen Stellenzusetzungen im
Allgemeinen Sozialen Dienst und dem „Gefährdungs-Sofort-Dienst“ (GSD –
fast 50 Vollzeitstellen) habe man die Möglichkeit nachzusteuern,
verrieten die beiden Integrationsverantwortlichen. Konkrete Aussagen,
wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Stadtverwaltung
türkisch sprechen, konnte Bredehorst aber nicht beantworten. „Es sind
deutlich zu wenige“, erklärte die Integrationsdezernentin. Gleichzeitig
wies sie aber darauf hin, dass türkische Sprachkenntnisse bei der
Stellenausschreibung nicht das alleinige Kriterium sind. Vielmehr gehe
es um interkulturelle Kompetenz, so Bredehorst abschließend.


























