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23. 05. 2012
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Integration ist etwas Positives / Köln hat Nachholbedarf


25.01.2009 06:37 von:

Schlagwörter: Köln,Integration,Nachholbedarf,Integrationskonzept,Integrationsrat,Zuwanderung,M

„Es hat sich vieles getan“, fasste Integrationsdezernentin Marlis Bredehorst ihre Eindrücke der bisherigen Arbeit zusammen. Zusammen mit der Kölner Integrationsbeauftragten Ina-Beate Fohlmeister gab Bredehorst einen Überblick über die verschiedenen Themenfelder von Integration in der Domstadt. Zum Zeitpunkt ihres Amtsantritts (Oktober 2003) und der damals vollzogenen Dezernatsneuordnung fiel auch die Zuständigkeit des interkulturellen Referats in ihren Tätigkeitsbereich. Fohlmeister nahm ihre Arbeit als „Integrationsbeauftragte“ wenige Wochen später, im Dezember 2003, auf. „Damals wurden uns die Mittel für das interkulturelle Referat um fast die Hälfte zusammengestrichen“, beschrieb Bredehorst die Ausgangslage. Und angesichts des bis zum Haushaltsjahr 2007 andauernden Haushaltssicherungskonzeptes hatte man bei der interkulturellen Öffnung der eigenen Verwaltung kaum Handlungsmöglichkeiten. Allerdings ist städtische Integrationspolitik eine Querschnittsaufgabe, die nicht nur im interkulturellen Referat erledigt werden muss.

Erste Stufe des Integrationskonzepts bis Ende 2008

In einer jüngst veröffentlichten Studie des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) bescheinigten die Autoren der Domstadt indes einen hinteren Mittelfeldplatz unter den sechs großen deutschen Metropolen. Einer der wesentlichen Kritikpunkte dabei war das Fehlen eines zusammenhängenden Integrationskonzeptes in Köln. Das wolle man nun bis Ende dieses Jahres nachholen. Die Arbeit der verschiedenen Arbeitsgruppen laufe bereits auf Hochtouren, bestätigten die beiden Integrationsverantwortlichen. So soll bis Ende dieses Jahres zumindest die Bestandsaufnahme und ein erster Empfehlungskatalog fertig gestellt sein. Einige Bereiche wie zum Beispiel Wohnen sind dabei allerdings zunächst ausgeklammert, wie Fohlmeister verriet.

In Köln schon vieles bewegt

Unabhängig von dem Integrationskonzept hat sich aber in Köln bereits vieles bewegt. So wurde insbesondere durch den Runden Tisch für Flüchtlingsfragen die drängendsten Problemen angegangen und damit aus dem Fokus der Öffentlichkeit herausgeholt. Allerdings räumte Bredehorst ein, dass dies auch an den rückläufigen Gesamtzahlen der Flüchtlinge lag. Rund die Hälfte aller „Flüchtlinge“ sind derzeit bereits in normalen Wohnungen untergebracht. Die zentralen Flüchtlingswohnheime sollen zukünftig nach und nach weichen, der nächste Schritt steht für das Flüchtlingswohnheim neben dem Bezirksrathaus in Köln-Nippes an. Auch der Integrationsrat hat als regulärer Ausschuss nach der Reform der Gemeindeordnung durchaus erfolgreich gearbeitet. Das Nachfolgegremium des früheren Ausländerbeirats besteht seit 2004 zu einem Drittel aus Ratsmitgliedern und zum überwiegenden Teil aus gewählten Vertretern der verschiedenen Migrantenorganisationen. Die Wahlbeteiligung – das verbuchen die Integrationsverantwortlichen als Erfolg – sei zuletzt von zehn auf fast 20 Prozent nahezu verdoppelt worden.

Allerdings räumten Bredehorst und Fohlmeister auch Versäumnisse ein. So habe man bei den Einsparungen in den Jahren des Haushaltssicherungskonzeptes den Kahlschlag zu weit getrieben, ließen beide durchblicken. Mit den nun beschlossenen Stellenzusetzungen im Allgemeinen Sozialen Dienst und dem „Gefährdungs-Sofort-Dienst“ (GSD – fast 50 Vollzeitstellen) habe man die Möglichkeit nachzusteuern, verrieten die beiden Integrationsverantwortlichen. Konkrete Aussagen, wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Stadtverwaltung türkisch sprechen, konnte Bredehorst aber nicht beantworten. „Es sind deutlich zu wenige“, erklärte die Integrationsdezernentin. Gleichzeitig wies sie aber darauf hin, dass türkische Sprachkenntnisse bei der Stellenausschreibung nicht das alleinige Kriterium sind. Vielmehr gehe es um interkulturelle Kompetenz, so Bredehorst abschließend.







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