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23. 05. 2012
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Integration schafft zusätzliches Wirtschaftswachstum


23.05.2010 23:05 von:

Schlagwörter: Köln,Studie,IW,Institut der deutschen Wirtschaft,Migranten,Investitionen,Bildung

Integration ist nicht nur aus gesellschaftspolitischer Perspektive eine absolute Notwendigkeit. Auch für die Wirtschaft und für den Staat könnte eine bessere Integration von Menschen mit Zuwanderungshintergrund ausgesprochen nutzbringend sein. Das hat das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) in der vergangenen Woche mitgeteilt. In einer Studie hatten die Wirtschaftsforscher untersucht, inwieweit die Integration der Migranten in Deutschland zu zusätzlichen Einnahmen führt. Allerdings sind dafür weitere Anstrengungen zur Verbesserung der Chancengleichheit im Bildungssystem sowie zur besseren Aufnahmefähigkeit des deutschen Arbeitsmarktes notwendig, hieß es dazu weiter.

Bis zum Jahr 2050 könnte der Staat im bestmöglichen Fall bis zu 164 Milliarden Euro an zusätzlichen Einnahmen für den Staatshaushalt generieren. Auftraggeber der Studie ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit. Bei ihren Berechnungen gingen die Experten des IW davon aus, dass sich die Unterschiede in den Bildungsabschlüssen zwischen Einheimischen und Migranten in den kommenden 40 Jahren halbieren werden. Auch das Wirtschaftswachstum wird pro Jahr um 0,1 Prozentpunkte ansteigen, wenn die Bundesregierung in Sachen Bildungspolitik ihre Hausaufgaben macht. Die gewaltige Summe ergibt sich aus der Annahme, dass neben der Reduzierung von Sozialleistungen auch zusätzliche Steuereinnahmen in die Staatskasse fließen.

Voraussetzung ist jedoch, dass der Staat die Betreuungsangebote weiter ausbauen wird. Mindestens 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren aus Familien mit Zuwanderungshintergrund sollten in Krippen betreut werden, damit das Ziel erreicht werden kann. Genau das ist Ziel der Bundesregierung, die durch eine gesetzliche Verpflichtung bereits in Angriff genommen wurde. Allerdings leiden die Kommunen vor allem in den alten Bundesländern unter der zunehmenden Aufgaben- und damit Ausgabenlast. In Köln mussten die Verantwortlichen einräumen, dass die Finanzierung den weiteren Ausbau der Betreuungsplätze für Unterdreijährige sich zumindest verzögern wird. Auch in der weiteren Betreuung entlang der so genannten Bildungskette darf sich der Staat keine Blöße geben. Zusätzlich müsse dafür Sorge getragen werden, dass der Anspruch der individuellen Förderung in den Schulen des Landes tatsächlich umgesetzt wird. Nicht nur in den Grundschulen gibt es weiterhin Klassengrößen von mehr als 30 Kindern. Individuelle Förderung ist so schwerlich möglich, wie Pädagogen und Lehrergewerkschaft wiederholt kritisierten. Das IW geht von einer zusätzlichen Investition in Höhe von 3,1 Milliarden Euro für die frühkindliche Förderung sowie weitere 1,5 Milliarden Euro für den Ausbau der beruflichen Ausbildung und der Hochschulen aus. Dies sei auch in Zeiten wirtschaftlicher Krisen notwendig, forderten die Experten abschließend.







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