23. 05. 2012
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Integrationsbericht bestätigt NRW-Landesregierung
Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung hat am heutigen Montag in der Bundeshauptstadt für großes Aufsehen gesorgt. Am Wochenende war bekannt geworden, was die Berliner Sozialforscher in Sachen Integration herausgefunden haben. Die rund 2,8 Millionen Menschen türkischer Herkunft hatten demnach die größten Schwierigkeiten, sich in Deutschland zu integrieren. Vor allem die schlechte Ausbildung und die damit verbundenen Nachteile bei der beruflichen Qualifizierung seien der Hauptgrund. Auch die Bundesregierung räumte angesichts dieses Berichts Nachholbedarf in Sachen Integration und eigene Defizite ein. Auf der anderen Seite sei die Regierung unter Kanzlerin Merkel aber fest entschlossen, ihren eingeschlagenen Kurs fortzuführen.
NRW sieht sich auf gutem Weg
Obwohl gerade in Nordrhein-Westfalen viele Menschen türkischer Herkunft ihre Heimat gefunden haben, gab sich am gleichen Tag auch der nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet zuversichtlich. Demnach habe seine Landesregierung die richtigen Schwerpunkte gesetzt. "Viele Ergebnisse der heute vorgestellten Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung 'Ungenutzte Potenziale' decken sich mit denen des nordrhein-westfälischen Integrationsberichts, den wir im August 2008 vorgestellt haben und auf deren Basis wir arbeiten", erklärte Laschet am gleichen Tag in Düsseldorf. Nach Angaben Laschets seien die Kernaussagen der Studie zwar dramatisch, allerdings basiere die Studie auf Daten aus dem Jahr 2005. Gerade in dem bevölkerungsreichsten Bundesland habe sich seither viel getan. Dabei ist die Einrichtung des ersten Integrationsministeriums auf Länderebene nur organisatorischer Ausdruck einer neuen Herangehensweise, erläuterte der seit fast vier Jahren amtierende CDU-Minister weiter.
Als wichtige Maßnahmen nannte Laschet überdies die Einführung der landesweiten Sprachtests sowie darauf aufbauend die Maßnahmen zur Förderung der Deutschkenntnisse im Kindergartenalter. "Seit 2007 haben wir die Chancen dieser Kinder deutlich verbessert", so das Urteil Laschets. Bildung als Schlüssel zur Integration sei nach Meinung des Ministers schon längere Zeit Schwerpunkt des Handelns seiner Regierung. Allerdings übte Laschet auch Kritik an der offiziellen Sprachregelung, die häufig die Zahlen ausländischer Schulabgänger wesentlich drastischer darstellt als sie tatsächlich sind. So entspreche es zwar der Wahrheit, dass insgesamt 30 Prozent aller Menschen türkischer Herkunft keinen Schulabschluss haben. Allerdings werden hier auch diejenigen mitgezählt, die bereits als Erwachsene nach Deutschland kamen. Von den Schülerinnen und Schülern türkischer Herkunft, die an den NRW-Schulen gelernt haben, liegt die Quote bei lediglich 12,6 Prozent der Jungen und 7,6 Prozent der Mädchen. Das liegt zwar immer noch deutlich über dem Gesamtdurchschnitt, aber eben deutlich unter der häufig genannten Zahl von 30 Prozent, stellte Laschet klar.
Einigkeit sind sich die Autoren der Studie und die nordrhein-westfälische Landesregierung darin, dass neben Bildung auch die Einbürgerung einen Garant für Integrationserfolge darstellt. Darunter zählt Laschet auch den Ausbau von Ganztagsangeboten sowie – sehr aktuell – die Bemühungen seines Landes beim Ausbau der Betreuung von unter Dreijährigen. Köln hat hier als Kommune mit der größten Zahlen türkeistämmiger Migranten sicher eine besondere Herausforderung zu bewältigen. In Stadtteilen mit besonders hohem Anteil von türkeistämmigen Bewohnern liegt die Arbeitslosigkeit tatsächlich auch deutlich über der ohnehin schon hohen Arbeitslosenquote in der Domstadt. Folgerichtig gehen die Verantwortlichen in der Domstadt auch konsequent in Vorleistung beim Ausbau von Betreuungsangeboten. Gerade bei der Kinderbetreuung steuert die Stadt inzwischen mehr Finanzmittel zu als das Land, obwohl deren gesetzlicher Anteil pro Betreuungsgruppe nach dem Gesetz eigentlich doppelt so hoch liegt. Das Engagement des Landes wird, zumindest im Fall Köln, durch zusätzliche freiwillige Maßnahmen der Stadt flankiert.


























