23. 05. 2012
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Interkulturelle Woche wird deutlich größer
Die 23. Interkulturelle Woche Köln findet in diesem Jahr vom 26. Oktober bis 7. November statt. Mehr als 240 Einzelveranstaltungen an über 100 Spielorten sollen einen Überblick über die vielfältigen Aktivitäten der mehr als 180 Volks- und Sprachengruppen in der Domstadt zeigen. Nach Aussage von Integrationsdezernentin Marlis Bredehorst ist die Kölner Veranstaltung damit die größte ihrer Art in der gesamten Bundesrepublik und sichtbarer Ausdruck der interkulturellen Vielfalt in der Stadt. Längst ist die ehemalige "Woche für den ausländischen Mitbürger" keine reine Folklore-Show mehr. Mit verschiedenen Veranstaltung zu Kultur, Integrationspolitik, aber auch Bildung soll ein Querschnitt durch das gezeigt werden, was ohnehin das ganze Jahr über in der Domstadt abläuft. Mit der deutlichen Zunahme der Veranstaltungen (2008: 170) soll auch die Zahl der erwarteten Besucherinnen und Besucher deutlich ansteigen. Nach Schätzungen der Organisatoren kamen im vergangenen Jahr zwischen 18.000 und 20.000 zu den verschiedenen Events.
Auch aus dem so genannten Trägerkreis gibt es Neuigkeiten. Erstmals ist in diesem Jahr der Tscherkessische Kulturverein Köln von 1973 in der Reihe der Organisatoren vertreten. Dass man sich vonseiten dieser Volksgruppe nun mit einem eigenen Profil und eigenen Veranstaltungen der Öffentlichkeit zeige und damit aus der Anonymität heraustrete, habe etwas mit dem Generationenwechsel in der Vereinsführung zu tun., erklärte Ela Edis. "Wir wurden zuvor häufig als Teil der türkischen, syrischen oder israelischen Volksgruppen betrachtet. Dabei sind wir kulturell eigenständig", betonte Edis auf der heutigen Pressekonferenz. Bei der Aufnahmeprozedur habe es vonseiten der Altmitglieder im Trägerkreis einstimmige Zustimmung gegeben, berichtete der Vereinsrepräsentant weiter.
Erstmals bewege man sich bei der Eröffnungsveranstaltung auch außerhalb städtischer Spielorte. Vor zwei Jahren war das Wallraf-Richartz-Museum der Ort, an dem die Interkulturelle Woche offiziell eröffnet wurde, im vergangenen Jahr ging man dazu in das Kölner Schauspielhaus. Nun wird am 26. Oktober die Veranstaltungsreihe im Großen Sendesaal des Westdeutschen Rundfunks das zwölftägige Event mit einer viereinhalbstündigen Show eröffnet. Auch sonst gibt es zahlreiche Highlights, die alle in einer 92-seitigen Broschüre zusammengefasst sind. Bredehorst, die seit inzwischen sechs Jahren als Dezernentin in Köln arbeitet, erinnerte an die damaligen Diskussionen. "Wir hatten uns sogar überlegt, die Interkulturelle Woche ganz einzustellen", räumte die Dezernentin ein. Dass der Trägerkreis an der Veranstaltung festhielt und sich seit drei Jahren sogar eine hauptamtliche Geschäftsführung leistet, habe sich jedoch als richtig erwiesen. Insbesondere durch diese Professionalisierung mit dem zweiköpfigen Führungsduo Gabriele Lennartz und Thomas Schweinsberg erlebte die Interkulturrelle Woche einen regelrechten Boom.
Zu den Neuerungen gehört unter anderem das Projekt einer "interkulturellen Märchenwoche", das mit Mitteln aus der RheinEnergieStiftung Kultur gefördert wird. Zum Initiator IGNIS gesellten sich schnell weitere Vereine hinzu, so dass dieses Projekt inzwischen mehrere Kulturen sich vereint. "Wir wollen damit das Verständnis der Kulturen untereinander fördern und uns besser vernetzen", erläuterte Maria Giordano, Mitglied des Kölner Integrationsrates, den neuen Ansatz. Allerdings wurde auf der Pressekonferenz auch Kritik laut. So fehle es nach Ansicht der Macher insbesondere an kompetenten weiblichen Repräsentanten aus der interkulturellen Szene. Immerhin gebe es eine Integrationsdezernentin, betonte Bredehorst, "wenn auch ohne Migrationshintergrund". Dass der Schwerpunkt längst nicht mehr auf dem Aufführen folkloristischer Tänze bestehe, habe auch etwas Positives, argumentierte Monika Kunze, die für den Caritas-Verband im Trägerkreis sitzt. "Wir haben auch in diesem Jahr neue Themen in unser Programm aufgenommen und damit eine Qualität erreicht", lobte Kunze die Arbeit der Geschäftsführung. Ebenfalls neu im Programm sind der Landschaftsverband Rheinland (LVR) mit der Ausstellung "Integration auf Rheinisch" sowie das Römisch-Germanische Museum mit dem Thema "Fremde im römischen Köln". Auch das EL-DE-Haus, Sitz des NS-Dokumentationszentrums, ist in diesem Jahr als neuer Spielort hinzugekommen. Die beiden (interkulturellen) Fußballturniere sind zwar nicht neu, werden aber auch in diesem Jahr wieder stattfinden, wie die Organisatoren betonten.
Die Broschüre wird derzeit mit einer Auflage von 25.000 Stück in den städtischen Bürgerzentren, den interkulturellen Zentren sowie an Gaststätten und den Spielorten verteilt. Das komplette Programm finden Sie auch im Internet unter: www.interkulturelle-woche-koeln.de.


























