23. 05. 2012
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Islamunterricht: Erste Graduierte für Islamische Theologie ausgesucht
Die Verhandlungen zur Einführung von Islamunterricht an den staatlichen Regelschulen in Deutschland laufen weiter auf Hochtouren. Nun hat die Mercator-Stiftung die ersten sieben Doktoranden ausgewählt, die mit Stiftungsunterstützung ihre akademischen Forschungen zur Promotion bringen wollen. Die Bandbreite der ausgesuchten Dissertationsthemen ist dabei so vielfältig wie die persönliche Biografie der Doktoranden. So behandeln die Nachwuchsforscher im Fach Islamwissenschaft unter anderem Themen wie das feministische Koranverständnis oder das vermittelte Gottesbilder im islamischen Religionsunterricht.
Vier Frauen und drei Männer wurden von der Auswahlkommission für das Fach islamische Theologie ausgeschaut. Beginn des Promotionsstudiums ist im Herbst dieses Jahres. Das dazu notwendige Graduiertenkolleg ist an den Universitäten Münster, Erlangen-Nürnberg, Frankfurt am Main, Hamburg, Osnabrück und Paderborn eingerichtet. Es vereint damit die derzeitigen wissenschaftlichen Kapazitäten der Islamischen Theologie in Deutschland und bildet den akademischen Nachwuchs unter anderem für die zukünftigen Zentren für Islamische Studien aus, erklärte der Fördergeber weiter. Die ersten angehenden Graduierten heißen Noha Abdel-Hady (26), Tolou Khademalsharieh, Nimet Seker (beide 31), Fahima Ulfat (36) sowie Hureyre Kam (29), Ufuk Topkara (30) und der erst 23-jährige Serdar Kurnaz. Der ausgebildete Imam und Mitherausgeber der Zeitschrift für islamische Studien studierte in Frankfurt am Main geht in seiner Arbeit der Frage nach, wie Handlungsanweisungen aus Koran und Hadithen (Aussprüche Muhammads) abzuleiten sind und welche Rolle Sprache, Schrift und Vernunft dabei spielen.
Die Förderung der Stiftung läuft in der Regel über einen Zeitraum von drei Jahren. Neben tieferen Einblicken in den Wissenschaftsbetrieb vermittelt das standortübergreifende Graduiertenkolleg in seinem Studienprogramm den Doktoranden vor allem vertiefte Kenntnisse in den zentralen thematischen Schwerpunkten der Islamischen Theologie. An wechselnden Standorten wird zudem jährlich eine Sommerakademie stattfinden, zu der auch die Öffentlichkeit eingeladen ist. Acht weitere Stellen für das Graduiertenkolleg, dem ab Oktober 2011 auch die Universität Tübingen angehören wird, werden im April 2012 ausgeschrieben. Die Stiftung Mercator stellt für das Graduiertenkolleg Islamische Theologie, das von der Universität Münster koordiniert wird, über die Laufzeit von sechs Jahren insgesamt 15 Stellen und 3,6 Millionen Euro zur Verfügung. Weitere Informationen dazu erhalten sie auf der Internetseite: www.gk-islamische-theologie.de.


























