23. 05. 2012
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IW-Studie: Maximal 1,2 Millionen Zuwanderer aus Mittel- und Osteuropa
Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft mit Sitz am Kölner Rheinufer schätzt, dass bis zum Jahr 2020 bis zu 1,2 Millionen Menschen aus Mittel- und Osteuropa nach Deutschland einwandern werden. Damit unterstützen die Migranten den Aufschwung, so die Meinung der Kölner Wirtschaftsforscher. Die Zahlen entstammen einer aktuellen Prognose, die das Wirtschaftsforschungsinstitut auf Basis der ab Mai dieses Jahres geltenden Arbeitnehmerfreizügigkeit. Deutschland und Österreich waren Schusslichter in der Umsetzung einer europäischen Richtlinie, die das Grundrecht auf Freizügigkeit in allen Staaten durchsetzen will.
Positivbeispiel Großbritannien
Ab dem Tag der Arbeit beginnt die neue Regelung. Sie gilt für Arbeitnehmer aus den mittel- und osteuropäischen Staaten der ersten großen Osterweiterung. Für Arbeitnehmer aus Rumänien und Bulgarien gilt diese Regelung indes nicht. Migranten aus diesen Staaten dürfen ab diesem Zeitraum ohne jegliche Beschränkung eine Arbeit aufnehmen. Zwar warnen nicht wenige vor einer angeblichen Migrantenwelle. Tatsächlich aber bedeutet es für die Wirtschaft nicht zwangsläufig Negatives. Das machen die Wirtschaftswissenschaftler am Beispiel Großbritannien fest. Hier wurde die Arbeitnehmerfreizügigkeit bereits im Jahr 2004 – zum Zeitpunkt der ersten Osterweiterung – umgesetzt. Geschadet hat es der Insel nicht, die Migranten haben zum Wirtschaftsboom Mitte des Jahrzehnts beigetragen, die Arbeitslosenquote stieg kaum.
Misstrauen in Deutschland groß
Besonders unter den deutschen Arbeitsnehmern ist das Misstrauen weit verbreitet. Nach einer IW-Umfrage befürchten rund 40 Prozent, dass sich die Arbeitnehmerfreizügigkeit negativ auf ihren Job auswirkt. Dabei könnten die Migranten aus mittel- und Osteuropa gerade jetzt im Aufschwung helfen, den zusätzlichen Arbeitskräftebedarf zu decken und den einen oder anderen Engpass zu überbrücken, so das Argument der Arbeitgeberseite.


























