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23. 05. 2012
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Kein gutes Zeugnis für Integration in Köln


25.01.2009 06:39 von:

Schlagwörter: Studie,Integration,Internationalität,HWWI,Integrationskonzept,Kritik,Köln,Münche

Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) untersuchte dabei im Auftrag der HypoVereinsbank den Stand der Dinge in Sachen Integration und Internationalität in sechs deutschen Metropolen. Die Domstadt Köln hat trotz jüngst angelaufener Bemühungen eher unterdurchschnittlich abgeschnitten, wie die Initiatoren der Studie erklärten. Dabei gebe es aber auch einen positiven Zusammenhang zwischen „Produktivität“ und „kultureller Vielfalt“, so ein Ergebnis der Studie. „Wir haben festgestellt, dass die Regionen mit der höchsten Diversität, mit der höchsten kulturellen Vielfalt in der Bevölkerung und bei den Beschäftigten besonders erfolgreich sind“, unterstreicht Peter Hähner, Leiter des Regionalbereichs Firmenkunden West der HypoVereinsbank.

Internationalität und Arbeitslosigkeit in Köln schlechter als im Bundesdurchschnitt

"Köln zeigt vor allem beim ‚Nationen-Mix’ Defizite gegenüber den führenden Städten und hat im Vergleich auch einen relativ geringen Anteil an ausländischen Beschäftigten“, betont Max Steinhardt vom HWWI. Mit einem „Ausländeranteil“ von 16,9 Prozent liegt die Domstadt lediglich vor Berlin und Hamburg, aber weit hinter München, Stuttgart und Frankfurt. Hinzu kommt in Köln, dass der Anteil türkeistämmiger Beschäftigter unter den ausländischen Beschäftigten mit 42 Prozent deutlich höher liegt als in anderen Städten. In der Domstadt stammen 27 Prozent der hier Beschäftigten aus einem Land der so genannten EU-15 (Europäische Gemeinschaft vor der Osterweiterung). Stuttgart weist hier mit einem Anteil von 37,8 Prozent eine deutlich höhere Vielfalt auf. So liegt Köln auch beim „Diversitätsindex“ mit einem Wert von 0,21 lediglich vor den beiden norddeutschen Metropolen, aber mit deutlichem Abstand zu den drei süddeutschen. Der Index berücksichtigt dabei sowohl die Anzahl der Nationalitäten als auch die Anteile von Beschäftigten unterschiedlicher Nationalitäten an der Gesamtbeschäftigung, wie es in den Ausführungen der Studie hieß. Der Durchschnittswert für Gesamtdeutschland liegt bei 0,1. Deutlich schlechter als in den süddeutschen Metropolen schneidet die Domstadt zudem in Sachen Ausländerarbeitslosigkeit ab. Mit einer Erwerbslosenquote von über einem Viertel (25,7 Prozent) weist Köln einen doppelt so hohen Wert auf wie Stuttgart (12,4 Prozent) oder München (12,7 Prozent). Ähnlich sieht es mit dem Bildungsstand der ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger in der Domstadt aus. Während in der Stadt am Rhein 36,4 Prozent aller ausländischen Beschäftigten eine Berufsausbildung oder gar einen Hochschulabschluss haben, sind dies in Stuttgart fast zehn Prozent mehr (46,2 Prozent).

Integrationskonzept ist gefragt

„Kulturelle Vielfalt gibt es nicht zum Nulltarif“, so lautet eine weitere Erkenntnis aus der Studie. Während die Integrationskonzepte in einigen Städten wie Frankfurt am Main oder München bereits nachhaltige Erfolge nach sich gezogen haben, befindet sich ein vergleichbares Konzept in Köln noch in der Planungsphase. „Ausländer sollten nicht als Problem gesehen werden“, heißt es in dem Papier. So sollten die Stadtverantwortlichen, insbesondere die Stadtplaner, darauf achten, keine sozialen Brennpunkte mit entsprechend hohen Ausländeranteilen entstehen zu lassen. Auch in anderen Bereichen gebe es Handlungsbedarf, der in vielen deutschen Städten bereits in umfassenden Integrationskonzepten zum Ausdruck komme. „Köln verfügt allerdings als einzige der von uns untersuchten Städte bisher über kein kohärentes Integrationskonzept“, kritisierte Steinhardt. Doch selbst die sofortige Einführung eines solchen Konzeptes lässt sich sofort in Erfolge ummünzen. Sprach- und Verständnisschwierigkeiten, veränderte Ansprüche an den Staat sowie die kulturelle Distanz können sogar zu Konflikten führen. Und die sich daraus ergebenden Mehraufwendungen „können die wirtschaftlichen Vorteile aus einer hohen kulturellen Diversität zumindest teilweise konterkarieren“, räumen die Autoren der Studie ein. Aber unterm Strich sind genau diese Aufwendungen notwendig, um angesichts der demografischen Entwicklung auch zukünftig von ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern profitieren zu können.

Die 16-seitige Studie finden Sie im Internet unter: www.hwwi.org/fileadmin/hwwi/Leistungen/Gutachten/HVB-Bunt-in-die-Zukunft_Juni2008.pdf.







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