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23. 05. 2012
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Köln Gesundheitswegweiser für Migranten neu aufgelegt


28.07.2010 13:00 von:

Schlagwörter: Köln,Migranten,Gesundheit,Ärzte,Fremdsprache,Apotheke,Gün,Bunte,Psychotherapie,

(js) 680 der rund 1700 niedergelassenen Ärzte in Köln beherrschen eine von 33 Fremdsprachen – von Arabisch bis Vietnamesisch – so gut, dass in dieser ihre Patienten beraten und behandeln können. Oft die wichtigste Voraussetzung für einen Heilerfolg. Aufgelistet sind die Mediziner nach Fremdsprachenkenntnis, 45 Fachgebieten und den neun Stadtbezirken im "Kölner Wegweiser für Migrantinnen und Migranten", der jetzt in der siebten Neuauflage vorgestellt wurde. Auch Psychotherapeuten, Logopäden, Pflegedienste, unterschiedlichste medizinische Beratungsstellen, Krankenhäuser, Selbsthilfegruppen und Apotheken finden sich darin.

Fast jeder dritte Kölner hat einen Migrationshintergrund, über die Hälfte davon keinen deutschen Pass. Selbst wenn sie die deutsche Sprache beherrschen, finden sie oft keinen Zugang zum Gesundheitsangebot der Stadt. Denn mit der eigenen Sprache sind oft auch kulturelle Eigenheiten verbunden, die ein nur Deutsch sprechender Arzt nicht unbedingt kennt. Um diese Zugangsbarrieren abzubauen, erschien in Köln schon 1995 der erste "Wegweiser", der erste bundesweit. Neu in der aktuellen Ausgabe sind die 89 Apotheken, sieben gerontopsychiatrische bzw. Demenzzentren und drei sozialpsychiatrische Zentren. In der Summe gleichgeblieben ist die Zahl der Ärzte, wenn es auch mehr gibt, die Türkisch, Russisch oder Französisch sprechen – letzteres wichtig für Afrikaner. Große Defizite gibt es immer noch bei Psychiatrie und Psychotherapie, betonte Ali Kemal Gün, Psychotherapeut an der Rheinischen Klinik Köln.

Herausgegeben wird der "Wegweiser" von der Kommunalen Gesundheitskonferenz und der Arbeitsgruppe Migration und Gesundheit. Die Auflage von 3000 Exemplaren ist gedacht für Beratungsstellen, soziale Dienste oder auch Ärzte, die damit einen passenden Ansprechpartner finden können. Er wird gratis verteilt. Dr. Anne Bunte, Leiterin des Gesundheitsamtes, betonte, dass mit der Auflistung der Ärzte kein Urteil über deren fachliches Können verbunden ist.

Die Herstellungskosten von rund 3000 Euro tragen die Selbsthilfekontaktstelle Köln (KISS), DRK, AWO, Caritas und das Interkulturelle Referat der Stadt Köln. Unterstützt wurde das Projekt von der LVR-Klinik Köln sowie der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein und dem Apothekerverband Köln, die dafür ihre Mitglieder befragten. Die Auswertung der Daten geschah im Wesentlichen ehrenamtlich, ebenso wie die erstmalige Erstellung einer Internet-Ausgabe, die vierteljährlich aktualisiert werden soll.

Mehr dazu im Internet unter: www.stadt-koeln.de.

www.drk-koeln.de/contenido/kvkoeln – dort in der rechten Spalte: Gesundheitswegweiser Migranten







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