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23. 05. 2012
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Köln-Weiden: Ein Esel in einer Pflegeeinrichtung


07.01.2010 01:54 von:

Schlagwörter: Köln,Demenz,Pedro,St. Josefsheim,Pflegeeinrichtung,Demenzkranke,Kommunikation,Es

"Pedro", so heißt der Esel, der meistens an einem Freitag in der Pflegeeinrichtung St. Josefsheim seinen allwöchentlichen Besuch abstattet. Zusammen mit seiner Besitzerin und Freizeitpädagogin Chris Kulinna ist das stattliche Tier regelmäßig Attraktion und Mittelpunkt einer Gruppe von Bewohnern der Einrichtung, die sich um an Demenz erkrankte, ältere Menschen kümmert. So gehört es zum inzwischen eingespielten Ablauf, dass dem Esel bei seiner Ankunft ein reichhaltiges Essen aus verschiedenen Sorten Gemüse, vor allem aber Äpfel und Möhren sowie geschrotete Kost, bereitet wird. "Wann kommt der Esel?" ist an den Besuchstagen die meistgestellte Frage, berichten die Verantwortlichen der Einrichtung. Während bei Sommerwetter das Säugetier im Garten des Hauses empfangen wird, kommt Pedro derzeit im Gemeinschaftsraum vorbei, um sein Futter zu genießen und sich streicheln zu lassen. Immer mehr Einrichtungen in Deutschland lassen Tiere zu, in einigen sogar als Haustiere. Die Einrichtung im Kölner Westen geht mit ihrem regelmäßigen Angebot sogar noch einen Schritt weiter. Schließlich ist ein Esel in einem Haus ein anderes Kaliber als ein Schosshündchen, ein Hauskätzchen oder gar ein kleiner Singvogel. Vor nicht allzu langer Zeit waren in den meisten Einrichtungen dieser Art Tiere sogar strikt verboten. Das habe sich glücklicherweise inzwischen in vielen Häusern geändert.

Tierische Therapie hilft bei Demenz

Der Hintergrund dieser freizeitpädagogischen Maßnahme ist dabei längst wissenschaftlich beobachtet und untersucht. Dass der Umgang mit Tieren Menschen mit Auffälligkeiten gut tut, hat die Therapie mit Delfinen oder Pferden bei Menschen mit Behinderungen schon lange gezeigt. Warum also Senioren, die aufgrund ihrer Alterserkrankungen nicht mehr selbständig leben können, diese Therapie verwehren? Tiere sollen den älteren Menschen helfen, eine besondere Art der Kommunikation und Kontaktaufnahme zu ihrer Umwelt aufzunehmen. "Tiere entspannen, motivieren und aktivieren die Sinne für mehr Wohlbefinden", heißt es in immer mehr Einrichtungen, die ältere Menschen betreuen. "Es ist schwierig, demenzkranke Menschen zu erreichen, wenn der kognitive Zugang durch die Krankheit verwehrt bleibt", weiß die Leiterin des Hauses, Ute Schumacher. Hierbei habe sich der Einsatz eines Tiers als Medium als sehr hilfreich erwiesen. "Wir nutzen die positive Wirkung von Esel Pedro als Türöffner zu Menschen, die sonst in ihrer eigenen Welt versinken und locken sie aus ihrer Versunkenheit in unsere Welt", erläutert Schumacher den therapeutischen Ansatz.

Dass es dabei auch zu durchaus komischen Situationen kommen kann, will Schumacher nicht verschweigen. So bezeichnete eine Bewohnerin "ihren" Pedro als den "einzigen Freund", der ihr geblieben sei. Viele Erkrankte spüren Stimmungen oder Veränderungen, auch wenn sie es sprachlich nicht mehr mitteilen können. Tiere aber kommunizieren anders als Menschen. Daher finden sie Zugang zu Demenzerkrankten, die Menschen verschlossen bleiben, so die Interpretation der gemachten Beobachtungen. In der Einrichtung finden die Mitarbeiter des St. Josefheims in Köln-Weiden über den speziell ausgebildeten Esel Pedro einen Weg zu demenzkranken Menschen, bestätigte die Leiterin. Mit Hilfe des freundlichen, geduldigen Tiers bieten sie den Senioren Sinnesaktivierung, Anregung, Mobilisierung, wecken Emotionen und ermöglichen so eine Steigerung der Lebensqualität.

In der Einrichtung werden derzeit etwas mehr als 70 ältere Menschen unterschiedlicher Pflegestufen betreut. Seit 1991 gibt es einen Förderverein. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter: www.sankt-josefsheim.de.







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