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23. 05. 2012
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Kölnisches Stadtmuseum spricht perfekt ausländisch


10.06.2010 19:21 von:

Schlagwörter: Köln, Stadtmuseum, Tag der offenen Tür, Türken, Italiener, Polen, Russen, Heimat

(js) Sie leben seit Jahrzehnten in Köln, sie wurden in Köln geboren: Jeder dritte Kölner hat einen Migrationshintergrund, bei den Jugendlichen ist es sogar jeder zweite – doch von der Geschichte ihres Wohnorts wissen sie sehr wenig. Um das zu ändern, startete das Kölnische Stadtmuseum 2007 das Projekt "Zweite Heimat Köln". Zunächst gab es für die türkischsprachigen Kölner einen "Tag der offenen Tür" mit kostenlosen Führungen in ihrer Sprache, es folgte das entsprechende Angebot für Italiener. In diesem Jahr wurde es für Polen und Russen erweitert – und für alle am kommenden Sonntag zusammengefasst. "Auch diese Kölner Bürger sollen sich untereinander besser kennen lernen", findet Michael Euler-Schmidt, kommissarischer Chef des Museums. Angeboten werden Führungen in den vier Sprachen, ein mediterraner Mittagsimbiss und ein Gewinnspiel für Kinder.

Insgesamt fast 6000 Besucher wurden bei den vergangenen "Tagen der offenen Tür" gezählt. "Ein großer Erfolg", findet Tayfun Keltek vom Integrationsrat der Stadt. Und Euler-Schmidt weist darauf hin, dass es in Deutschland kein vergleichbares Projekt gibt. Mit jeweils 5000 fremdsprachigen Faltblättern wird gezielt in den türkischen, italienischen, russischen und polnischen Gemeinden und Vereinen für die Veranstaltung geworben. Vor allem Gruppen sollen langfristig angesprochen werden. Zur Finanzierung tragen der Freundeskreis des Museums und die RheinEnergieStiftung Kultur bei.

Türkische Besucher interessierte vor allem die römische Zeit der Stadt, warum Köln im Mittelalter eine heilige Stadt war und wie die Kölner den Wiederaufbau nach 1945 schafften. Daran sind sie den Italienern ähnlich, wie eine Museumsführerin weiß. Die kann ihrer Zielgruppe dann auch noch mit einigen prominenten Italienern dienen, die am Rhein Karriere gemacht haben – allen voran Parfüm-Fabrikant Farina. Und wer weiß, vielleicht sind Kölns Bürger mit Migrationshintergrund ja am Ende so enthusiasmiert von ihrer neuen oder angeborenen Heimat, dass sie sogar Kölsch lernen wollen. Die "Akademie för uns kölsche Sproch" ist jedenfalls mit einem Informationsstand vertreten. Und noch ein Leckerschen: Am Sonntag darf jeder Erwachsene (der muss dafür zahlen) ein Kind gratis mit in die Sonderausstellung über die Geschichte des Kölner Zoos nehmen.







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