23. 05. 2012
Seite drucken
Kopftuchdebatte läuft wieder an
Der Streit um das Tragen eines Kopftuches und Vorstöße, die das als Zeichen der Diskriminierung von Frauen verbieten wollen, haben in dieser Woche neue Nahrung erhalten. Nachdem die Kölner Publizistin und Frauenrechtlerin Alice Schwarzer erneut ein Kopftuchverbot ins Spiel brachte, meldete sich am vergangenen Donnerstag die Integrationsbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Aydan Ozoguz zu Wort. In der Rheinischen Post warf die Bundespolitikerin Schwarzer ein "extrem einseitiges Weltbild" vor. Hier werde das Kind mit dem Bade ausgeschüttet, folglich alle Muslime unter eine Art Generalverdacht gestellt.
Die SPD-Politikerin verteidigte dabei das säkulare Staatsverständnis in Deutschland, nachdem das Tragen religiöser Symbole im öffentlichen Raum durchaus gestattet ist. "Wir sind kein laizistischer Staat, und das soll auch so bleiben. Deswegen bin ich dagegen, dass Religion aus dem öffentlichen Leben verbannt wird - das gilt ausdrücklich auch für Kopftücher", erklärte Ozoguz gegenüber der Tageszeitung. Unterstützung erhielt die SPD-Politikerin auch vom politischen Kontrahenten. Stefan Müller, Integrationsbeauftragter der Union im Bundestag lehnt ein Kopftuchverbot ebenfalls ab. Das würde die fundamentalistischen Kräfte stärken, erklärte der CSU-Politiker in der gleichen Publikation.


























