23. 05. 2012
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Mit dem Elektromobil durch die Innenstadt
Sozialdezernentin Henriette Reker und der Direktor des Museum Ludwig, Prof. Kasper König, hatten mächtig Spaß auf dem neuen Elektro-Mobil. Das Gefährt, angetrieben durch einen Elektromotor mit einer Reichweite von bis zu 30 Kilometern und bis maximal sechs Kilometer pro Stunde, soll fortan an Personen verliehen werden, deren Mobilität durch Alter, Krankheit oder andere Gründe eingeschränkt ist. "Das ist ein wichtiger Mosaikstein auf dem Weg zur barrierefreien Stadt", kommentierte die Sozialdezernentin der Stadt Henriette Reker die Einführung dieses neuen Service. Das Gefährt kann ab sofort an der Radstation am Hauptbahnhof gegen Hinterlegung einer Kaution in Höhe von 100 Euro und für einen Preis von zehn Euro für drei Stunden oder 20 Euro für einen ganzen Tag ausgeliehen werden. 234.000 Menschen sind in Köln 60 Jahre und älter, ein knappes Drittel besitzt einen Schwerbehindertenausweis, beschrieb die Beigeordnete beim heutigen Pressegespräch den Bedarf. Tatsächlich hatten sich im Vorfeld der heutigen Veranstaltung zahlreiche Menschen an die Behindertenbeauftragte der Stadt, Marita Reinke, gewandt und die Einführung einer solchen Serviceleistung nachfragt. Mit dem Hersteller Reha-Activ-Busch habe man nun den richtigen Partner gefunden.
Mobilitätshilfen für echte Teilhabe
Die Geräte werden dabei nach aussage des Vertriebsleiters Thomas Rixgens-Lüdenbach der Radstation am Hauptbahnhof unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Das mittelständische Unternehmen mit Sitz in Rösrath bei Köln hofft durch die Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Träger der Radstation, der "In VIA Köln" des Kölner Caritasverbandes, auf Neukunden, wie Rixgens-Lüdenbach gegenüber Köln Nachrichten ausführte. Möglich sind zudem Überlassungsmodelle, in denen sich Hersteller und Betreiber eines solchen Mobilitätsservices die Einnahmen aus der Vermietung dieser Gefährte teilen, erläuterte der Vertriebsleiter. Die Elektro-Mobile sind bereits ab rund 2000 Euro zu haben, nach oben sind indes keine Grenzen gesetzt. Im Rahmen der Zusammenarbeit erhält die Kölner Radstation zudem eine umfassende technische Hilfe. Umgekehrt erhalten die Mitarbeiter der dortigen Werkstatt eine neue Aufgabe. "Wir müssen etwas tun, ohne Mobilitätshilfen ist eine Teilhabe nicht möglich", freute sich auch Sibylle Klings, Geschäftsführerin des Trägers der Radstation. Da die Radstation selbst Menschen beschäftigt, die sonst auf dem Arbeitsmarkt nur geringe Vermittlungschancen besitzen, könnte der neue Service, der auch die Pflege und Betreuung des Elektro-Fahrzeugs beinhaltet, zu "mehr Arbeit und mehr Beschäftigten" führen, hofft Klings.
Kritische Untertöne gegen allzu euphorische Erwartungen
Gar nicht mehr absteigen wollte der Gastgeber der heutigen Pressekonferenz und Museumsdirektor Kasper König. "Unser Museum ist seit zwei Wochen komplett barrierefrei", so König, sprach es und setzte sich sogleich auf das von ihm liebevoll als "Scooter" bezeichnete Fahrzeug. Wie sich der Museumsdirektor persönlich überzeugen konnte, funktioniert die neu gewonnene Barrierefreiheit dank der umgebauten Aufzüge hervorragend. Auch der Geschäftsführer von KölnTourismus zeigte sich interessiert. Möglicherweise wird auch die städtische Tochtergesellschaft der Zielgruppe Kreuzfahrtgäste zukünftig einen solchen Service anbieten können, wie KölnTourismus-Geschäftsführer Josef Sommer in Aussicht stellte. "So können wir auch touristische Angebote zugänglich machen", erklärte Sommer. Allerdings wies Museumsdirektor König auf ein mögliches Problem hin, dem sich die Stadt beim weiteren Serviceausbau widmen muss. "Köln ist groß im Ankündigen. Nachher gibt es allzu häufig Hohn und Spott", weiß der intime Kenner Kölner Stadtpolitik. So müsse die Stadt beispielsweise abklären, ob die Elektromobile auch in andere Sehenswürdigkeiten einfahren dürfen. Beispiel dafür ist der Kölner Dom, aber auch Geschäfte. Hier müsse vor dem Ausbau dieses Services entsprechende Abstimmungen erfolgen, sonst gebe es einen Konflikt.


























