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23. 05. 2012
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Nicht nur billig, auch sozial


25.03.2011 17:43 von:

Schlagwörter: Köln,fairstore,Behinderung,Langzeitarbeitslose,LVR,Agentur für Arbeit,Diakonie,N

(ehu) "Es macht Spaß, nach fünf Jahren wieder einen Job zu haben. Und der Kontakt mit den Kunden gefällt mir auch." Bernhard Riehl ist sichtlich zufrieden. Nach einer Psychose war der gelernte Schlosser vom regulären Arbeitsmarkt ausgeschlossen. Jetzt hat er wieder einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz, wird nach Tarif bezahlt. Als Verkäufer bei "fairstore" in Nippes, am liebsten verkauft er Herrenkleidung. Zwar gibt es das Geschäft schon seit 100 Tagen, doch offiziell eröffnet wurde es erst am heutigen Freitag.

"Wir sind zufrieden", sagt Frank Gottschalk, Geschäftsführer beim "fairstore"-Träger, der Integrationshilfe Michaelshoven, einer Einrichtung der Diakonie. Der erste "fairstore"-Laden wurde vor drei Jahren in Kalk eröffnet. Der läuft inzwischen so gut, dass man die Filiale in Nippes wagte. Und Gottschalk ist optimistisch: "Jetzt suchen wir ein Lokal im Kölner Süden."

Vom Integrationsprojekt "fairstore" profitiert auch der reguläre Arbeitsmarkt

"fairstore" ist ein Integrationsprojekt, das Langzeitarbeitslosen und Menschen mit Behinderung einen Dauerarbeitsplatz bietet. Finanzielle Unterstützung kommt von der Aktion Mensch, von der Agentur für Arbeit und vom Landschaftsverband Rheinland (LVR). Bei "fairstore" profitieren davon schon insgesamt 13 Langzeitsarbeitslose, sechs davon mit einer Schwerbehinderung. In Nippes sind es drei.

"Bei jedem Projekt, dass diese Menschen einstellt, entstehen auch reguläre Arbeitsplätze", verweist Klaus-Peter Rohde vom LVR-Integrationsamt auf den allgemeinen Stellenmarkt. Nippes-Betriebsleiter Dirk Zimmermann, ein gelernter Einzelhandelskaufmann, hat einen dieser regulären Jobs. "Mich hat es gereizt, etwas Neues aufzu bauen. Hier gibt es kein 08/15-arbeiten."

Nicht nur für Kölnpass-Inhaber gibt's die "faircard" und 30 Prozent Rabatt

Nicht nur seinen Beschäftigten gegenüber will "fairstore" sozial sein, sondern auch für seine Kunden. Dafür sprechen die Preise: Hosen ab 4,90 Euro, Hemden ab drei, Socken ab einen Euro. Ein Mantel kostet nur fünf Euro. Auch Möbel, Geschirr, Bücher, kleine Haushaltsartikel sind für Jedermann und Jedefrau preisgünstig zu haben.

Und es geht noch billiger: 30 Prozent erhält, wer Anspruch auf eine "faircard" hat: Das sind Geringverdiener, Menschen, die Sozialleistungen beziehen, Kölnpass-Inhaber. Allein von denen leben im Bezirk Nippes 11.000. Insgesamt gab "fairstore" schon 4.500 dieser Kundenkarten aus. "Wer damit zahlt, wird diskret bedient", beschreibt Gottwald das Geschäftsprinzip. "Es soll keine Diskriminierung geben."

Das Angebot sind Spenden von Industrie, Wirtschaft und Privatleuten

"fairstore" ist zugleich ein ökologisches Projekt. Weil hier verkauft wird, was sonst weggeschmissen wird. Das sind Sachspenden von Privatleuten, "wir sind ein hochwertiger Seconshand-Laden", so Gottwald. Aber auch Industrieprodukte mit leichten "Webfehlern", die sonst nicht im Verkauf landen würden. Die preiswerten Energiesparlampen haben natürlich keine MAcke, sondern sind voll funktionsfähig.

Man hofft, das der großzügig eingerichtete Laden an der Ecke Merheimer/Sechzigstraße so viel Kunden anlockt, dass davon auch die Händler in der Nachbarschaft profitieren. Mit dem Hauptgeschäft in der Dillenburger Straße in Kalk sei diese Belebung schon gelungen. Die neuen Nachbarn in Nippes sähen das sicher ebenfalls gerne. Denn die Konkurrenz in der nahen Einkaufsmeile Neusser Straße macht ihnen das Leben schwer.







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